Archiv für 'Was Schönes!!!'

Das Männlein im Walde

Montag, 16. März 2009

von Hoffmann von Fallersleben.

Ein Männlein steht im Walde

ganz still und stumm,

es hat vor lauter Purpur

ein Mäntlein um.

Sagt, wer mag das Männlein sein,

das da steht im Wald allein

mit dem purpurroten Mäntelein?

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Das Männlein steht im Walde

auf einem Bein

und hat auf seinem Haupte

schwarz Käpplein klein.

Sagt, wer mag das Männlein sein,

das da steht im Wald allein

mit dem kleinen, schwarzen Käppelein?

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Das Männlein dort auf einem Bein

mit seinem roten Mäntelein

und seinem schwarzen Käppelein

kann nur die Hagebutte sein.

Doppelt

Montag, 9. März 2009

von Gisela Solms-Wildenfels.

Nimm niemals eines anderen Gut,

es wird dir nicht bekommen;

denn was du einem anderen nimmst,

wird doppelt dir genommen.

Zwei Tragödien gibt es im Leben:

Montag, 2. März 2009

Wieder einmal hat es an diesem Wochenende mit einem Lottogewinn nicht geklappt. Jeden Montagmorgen vergleiche ich die Lottozahlen in der Tageszeitung mit denen auf meinem Lottoschein. Und jedes Mal, wenn der Jackpot etwas größer ist - diesmal waren es 7 Millionen - meine ich, auch meine Chancen wären größer.

Aber ich bin ganz ehrlich, sicher würde ich mir wünschen, dass es finanziell ein bisschen besser aussehen würde, dass es einfacher wäre, meinen Söhnen das Studium zu finanzieren, sich vielleicht doch mal den einen oder anderen Wunsch mehr zu erfüllen, nicht lange überlegen zu müssen, ob und wann ich mir wohl endlich die neue Brille, die dringend notwendig wäre, leisten kann. Auf der anderen Seite glaube ich einfach, mit 7 Millionen wäre ich einfach überfordert. Ich möchte nicht darüber nachdenken müssen, ob ich mein Leben ändern sollte, das würde man aber bei so einer Summe tun. Auch wenn man heute sagt, nein - ich lebe so weiter wie bisher - glaube ich nicht, dass man es wirklich tut.

Und eigentlich bin ich mit meinem Leben doch recht zufrieden. Damit, wie und wo ich wohne, damit, was ich tue, mit meinen Freunden und Bekannten usw.

Für mich passen genau die Worte von B. Shaw.

Zwei Tragödien gibt es im Leben:

die eine,

nicht zu bekommen, was das Herz wünscht,

die andere,

es zu bekommen.

Auf einer Seite wünsche ich mir, mal richtig viel Geld zu haben, auf der anderen Seite fürchte ich mich auch davor, dass sich dann mein jetziges Leben total verändern würde.

Wie mit den Lebenszeiten

Montag, 23. Februar 2009

Das kennen wir doch sicher alle: So Tage, die nicht gut, aber auch nicht schlecht sind. Irgendwie plätschern sie so dahin, so richtig zufrieden ist man am Ende des Tages dann nicht.

Bei Friedrich Hölderlin habe ich etwas Nettes zu dem Thema gefunden.

Wie mit den Lebenszeiten,

so ist es auch mit den Tagen,

keiner ist uns genug,

keiner ist ganz schön

und jeder hat,

wo nicht seine Plage,

doch seine Unvollkommenheit,

aber rechne sie zusammen,

so kommt eine Summe

Freude und Leben heraus.

Ein Mensch in seinem ersten Zorn

Montag, 16. Februar 2009

Wir kennen das sicher alle, irgend etwas will uns nicht gelingen, wir ärgern uns maßlos darüber und würden den ganzen Krempel am liebsten in die Ecke werfen und nicht mehr daran denken.

Ich gehöre eher zu den Menschen, die nicht so schnell aufgeben, es doch noch mal versuchen, vielleicht auch noch mal eine Nacht darüber schlafen, bevor ich aufgebe (wenn ich überhaupt aufgebe). Dass das richtig ist, steht in diesen netten Zeilen von Eugen Roth

Ein Mensch in seinem ersten Zorn

wirft leicht die Flinte in das Korn.

Und wenn ihm dann der Zorn verfliegt,

die Flinte wo im Korne liegt.

Der Mensch bedarf dann mancher Finte,

zu finden eine neue Flinte.

Ich trau auf deine Hand

Montag, 9. Februar 2009

Es gibt ja so Tage, da klappt irgendwie nichts so richtig und das macht dann schlechte Laune. Bei mir begann der Tag heute so. Zuerst , beim Aufstehen, die kalte Wohnung, denn seit gestern nachmittag funktionierte unsere Heizung nicht mehr. War das gestern beim Tatort noch lustig, mit Bett- und Wolldecken vor dem Fernseher zu sitzen, so nervte die Kälte heute morgen beim Frühstück dann doch. Als nächstes fiel mir dann ein Informationsflyer von der Pinwand so hinter die Eckbank, das ich sie halb auseinander nehmen musste, um ihn wieder zu bekommen. Beim Spülmaschine ausräumen bemerkte ich zu spät, dass sich ein Behälter gedreht hatte und nun voll Wasser war. Schwungvoll nahm ich ihn heraus und schon schwamm die halbe Küche. Sicher - alles nur Kleinigkeiten, aber wenn man nicht ganz so gut drauf ist, dann nervt das halt.

Immer wieder tröstlich für mich - wenn es mir mal nicht so gut geht - ist der Gedanke, dass da einer ist, der mich nie allein lässt und mich aus jeder noch so unerquicklichen Lage wieder herausholt. Der Glaube an Gott hat mir schon weit aus schwieriger Situationen erträglich gemacht.

Darum gefällt mir auch die Aphorisme von Annette v. Droste-Hülshoff so gut, sie ist fast wie ein Gebet:

Ich trau auf deine Hand,

dass sie mich wohl behüte,

weil alle deine Güte und

Liebe mir bekannt,

und das ein sichrer Hort

das Unheil von mir wende.

O Herr, in deine Hände!

Dies sei mein letztes Wort.

Brückenbau

Montag, 26. Januar 2009

von Sigrid Mayr-Gruber

Brückenbau

Warum baut ihr Mauern,

um im Schutz zu lauern?

Brücken sollt ihr bauen

offen, voll Vertrauen!

Schnee bedeckt

Montag, 5. Januar 2009

Ach ja, jetzt haben wir endlich Schnee. Heute morgen war ganz Gelsenkirchen vom Schnee bedeckt. Dazu hier ein Gedicht von Else Pannrk.

Schnee bedeckt

Unterm Schnee ein Träumen.

Träumen in die kommende Zeit,

in eine neue Wirklichkeit.

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Unterm Schnee ein Ahnen.

Ahnen, wie gelebtes Leben,

wie Wärme ist und Helligkeit.

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Unterm Schnee ein Wissen.

Wissen um ein sanftes Weben,

wachsen für ein neues Leben.

Der Raketenspuk ist vorbei

Donnerstag, 1. Januar 2009

Das neue Jahr ist schon fast wieder 2 Stunden alt. So langsam kehrt jetzt auf den Straßen auch wieder Ruhe ein. Nur vereinzelnd hört man es noch mal irgendwo knallen. Eine halbe Stunde lang hat es bei uns in der Straße permanent gekracht, dann so langsam wurde es weniger. Ein paar schöne Zeilen dazu habe ich von Paul Hayse gefunden.

Wenn aller Raketenspuk verweht,

der hoch ergötzt die lieben KLeinen,

dann werden in stiller Majestät,

die alten ewigen Sterne scheinen.

Mögen die alten ewigen Sterne dem neuen Jahresrad  viele neue, spannende Momente hinzufügen.

Allen alles Gute für 2009!

Der Stachelreim

Montag, 29. Dezember 2008

von Gotthold Ephraim Lessing.

Der Stachelreim

Erast, der gern so neu als eigentümlich spricht,

nennt einen Stachelreim sein leidig Sinngedicht.

Die Reime hör’ ich wohl; den Stachel fühl’ ich nicht.