Archiv für 'Allgemein'

Das letzte Buch

Mittwoch, 25. März 2009

Auf der Suche nach passenden Geschichten zum Thema “Wachsen” für unsere nächste ThomasMesse, fand ich gerade einen anderen Text. Er hat zwar nichts mit Wachsen zu tun, beschreibt aber passend unsere heutige Welt. Geschrieben wurde er von Marie Luise Kaschnitz, wobei ich mir nicht sicher bin, ob es die Gleiche ist, über die ich bei Wikipedia den Lebenslauf gefunden habe. Sie ist 1974 gestorben. War es bei uns denn damals schon so schlimm mit dem Fernsehn gucken???

Das Kind kam heute spät aus der Schule heim. “Wir waren im Museum”, sagte es. “Wir haben das letzte Buch gesehen.”

Unwillkürlich blickte ich auf die lange Wand unseres Wohnzimmers, die früher einmal mehrere Regale voller Bücher verdeckt haben, die aber jetzt leer ist und weiß getüncht, damit das neue plastische Fernsehen darauf erscheinen kann.

“Ja und”, sagte ich erschrocken, “was war das für ein Buch?” “Eben ein Buch”, sagte das Kind. “es hat einen Deckel und einen Rücken und Seiten, die man umblättern kann.”

“Und was war darin gedruckt?” fragte ich. “Das kann ich doch nicht wissen”, sagte das Kind. “Wir durften es nicht anfassen. Es liegt unter Glas.” “Schade”, sagte ich.

Aber das Kind war schon weggesprungen, um an den Knöpfen des Fernsehapparates zu drehen. Die große weiße Wand fing an, sich zu beleben, sie zeigte eine Herde von Elefanten, die im Dschungel eine Furt durchquerten. Der trübe Fluß schmatzte, die eingeborenen Treiber schrien. Das Kind hockte auf dem Teppich und sah die riesigen Tiere mit Entzücken an. “Was kann da schon drinstehen”, murmelte es, “in so einem Buch.”

Mitgliederversammlung beim Sportverein

Freitag, 13. März 2009

Heute abend war Mitgliederversammlung von meinem Sportverein. Nachdem ich mich in den letzten Jahren immer wieder davor gedrückt habe, hatte ich mich in dem Jahr dazu entschlossen, mal wieder hinzugehen. Allein schon deshalb, weil ich weiß, wie das ist, wenn man eine Mitgliederversammlung einberuft und es kommt keiner. Das ist bei uns im Kinderschutzbund an der Tagesordnung. Wenn wir Glück haben, kommen mal ein oder zwei Mitglieder, das ist dann aber schon Luxus.

Nun ja, ich denke prozentual gesehen, war das heute auch nicht viel besser. Von über 1500 Mitgliedern waren ca. 45 Personen anwesend. Gut, es ist ja auch wirklich immer wieder langamtig, wenn man sich nicht so wirklich interessiert. Die ganzen Zahlen, die da verlesen werden, das kann man doch gar nicht behalten. Zum Glück war heute alles schnell vorbei. Nach 45 Minuten war die Mitgliederversammlung vorbei.

Interessant war auch eigentlich nur unter Verschiedenes, dass Inge (unsere Trainerin), berichtete, dass neue Übungsleiterinnen gefunden worden sind. Wenn jetzt mal eine der Trainerinnen ausfällt, kann schneller für Ersatz gesorgt werden. Will nur hoffen, dass Inge uns eine Vertreterin schickt, die ein bisschen auf uns “Senioren” eingeht. Wir hatten mal eine, da standen wir alle kurz vor einem Herzinfarkt.

Im nächsten Jahr wird die Mitgliederversammlung dann wieder länger dauern, weil gewählt werden muss. Sicherlich noch ein schwieriges Unterfangen, weil so gut wie keine Bewerber für die Vorstandsposten zur Verfügung stehen. Auch hier zeigt es sich, kontinuierliche ehrenamtliche Arbeit, das macht keiner mehr.

Entsetzen um das Drama von Winnenden

Freitag, 13. März 2009

Wieder ist gestern ein Amokläufer in eine Schule gestürmt und hat dort wie wild um sich geschossen. Was geht in so einem jungen Menschen vor, der wahllos auf andere Menschen schießt? Schon kommen wieder die Diskussionen um die gefährlichen Computerspiele auf, oder - wie machen wir die Schulen sicher? Betreten nur noch mit einer Chipkarte möglich, war eine der Ideen, von der ich heute gelesen habe.

Für mich bedeutet diese Tat auch das Ende einen langen Leidensweges, ich möchte die Tat in keinster Weise entschuldigen oder den Täter gar in Schutz nehmen, aber ich bin immer mehr der Meinung, wir müssen uns viel mehr um unsere Kinder- und Jugendlichen kümmern. Wir müssen für sie da sein, wir müssen ihnen zuhören und sie nicht so früh sich selbst überlassen. Es ist doch heute so, das Kinder immer früher “erwachsen” werden. Zu Zeiten, in denen ich früher noch mit Puppen spielte, werden die Mädchen heut zu Tage schon Mutter. Vielleicht etwas überspitzt, aber nicht all zu weit von der Wirklichkeit entfernt.

Sind unsere Kinder mit 12, 13, 14 Jahren wirklich schon so weit, dass sie uns Erwachsene nicht mehr brauchen, dass man sie sich selbst überlassen kann. Ich finde nicht. Sie brauchen Menschen, die für sie da sind, die ihnen zuhören, die sich um sie sorgen und sich um sie kümmern.

Wir können sie nicht einfach nur wachsen, nur groß werden lassen. Es reicht nicht, ihnen die nötigen Voraussetzungen wie Essen, Kleidung, Spielzeug, Lernmaterial zu geben. Sie brauchen Wurzeln, um zu wachsen. Wurzeln geben ihnen Halt, und diese Wurzeln können nur wir ihnen geben.

Meine Gedanken sind bei den Eltern, deren Kinder durch diesen Amokläufer getötet wurden und ich bete für sie, diesen Schmerz auszuhalten. Uns allen möchte ich aber sagen, seit wachsam, wenn unsere Jugendlichen was sagen , hört ihnen zu, nehmt sie ernst - aber gebt ihnen vor allem die Wurzeln, die ihnen Halt geben.

Sag zum Abschied leise “Servus”

Sonntag, 8. März 2009

Schiesser, Märklin, Pfaff - immer öfter fallen auch deutsche Traditionsmarken der Finanzkrise zum Opfer. Und wir müssen Abschied nehmen von einem Stück Geborgenheit und guten alten Erinnerungen.

1 Märklin

150 Jahre Erfahrung: vom Blech- zum High-Tech-Spielzeug. Anfang Februar kündigten die Banken die Kreditlinien.

2 Hertie

Eine Warenhauskette vor dem Aus: 19 der 73 Filialien sollen dicht machen, weil der englische Investor in der Krise steckt.

3 SinnLeffers

Die Textilhandelskette hat Insolvenz angemeldet, will sich nun selbst sanieren. 1300 Stellen wurden bereits abgebaut.

4 Schiesser

Beim Wäschelieferanten vom Bodensee (gegründet 1875) stehen 2300 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

5 Wolf

Insolvenz im Westerwald: Der Gartengerätehersteller sucht jetzt einen Investor.

6 Junghans

Junghans verbinden wir mit Schwarzwald. Stimmt wieder: Ein Schwarwälder kaufte die Firma von Investoren in Hongkong zurück.

7 Pfaff

Zu Jahesbeginn eröffnete das Amtsgericht das Insolvenzverfahren über den Nähmaschinenhersteller - das zweite Mal seit 1999.

8 Rosenthal

Der Porzellanhersteller kam durch die Insolvenz seiner irischen Konzernmutter in die roten Zahlen. Betroffen: 1545 Mitarbeiter.

Das Wetter im März

Donnerstag, 5. März 2009

Für alle, die schon überlegt haben, die Krokusse zu gießen: Das ist wohl nicht nötig.

Auch der 100-jährige Kalender sagt nichts Prickelndes voraus:

In der ersten Monatshälfte wird es rau und kalt, obwohl kein Schnee liegt. Am 18. und 19. März herrscht Wind, Schnee und Regen. (Für mich wird es langsam schwierig, für meine Kinderausflugsgruppe immer ein Ziel zu finden, wo wir uns drinnen aufhalten können. Am 18. fahren wir allerdings noch einmal mit den Kids in das Atelier von Frau Liebe, wo dann mit den Kindern gebastelt wird. Am 19. will ich zum Bibliothekscafe zum Thema: “Vom Eise befreit” - na, wenn das dann man auch stimmt! :-) ) Anschließend wird es klar und vormittags sehr kalt. Die letzten zehn Tage des Monats sind meistenteils sehr schön.

Und die Bauernregel:

Feuchter, fauler März,

ist der Bauern Schmerz.

ThomasMesse “Was hält uns (fest)!

Freitag, 27. Februar 2009

Mit unserer ThomasMesse morgen Abend stellen wir eine entscheidende Frage: Was hält uns (fest)? In Texten, Liedern und der Betrachtung von Bildern gehen wir der Frage nach, was uns wirklich hält in einer Welt voller Veränderlichkeiten. In der offenen Zeit haben die Besucher wieder Gelegenheit, ihren eigenen Gedanken und Gefühlen auf die Spur zu kommen, durch den Besuch des Textetisches, der Segensstation, im Gebeteschreiben oder im Raum der Stille. der Gottesdienst beginnt um 18 Uhr in der Ev. Altstadtkirche und dauert ca. 2 Stunden. Eingeladen sind besonders Zweifler, Menschen auf der Suche und andere “gute Christen”. Die ThomasMesse trägt den Namen des “Zweiflerjüngers” Thomas.

Heute Abend haben wir, wie immer einen Tag vorher, die Kirche für den Gottesdienst fertig gemacht. Eigentlich wollte ich meinen Fotoapparat mitnehmen und wieder ein paar Fotos machen, aber wer mich kennt, den Fotoapparat vergesse ich immer. Vielleicht denke ich ja morgen daran. Zumindest den Textetisch würde ich gerne fotografieren. Da Sabine verhindert war, haben Rita und ich den heute zum ersten Mal hergerichtet. Er sieht ganz anders aus, aber dafür ist es unser - kitschig, aber schön. Mir gefällts.

Einfach die Welt verändern

Mittwoch, 18. Februar 2009

Wir alle können die Welt jeden Tag ein bisschen besser machen. Ich sage Euch wie …

Natürlich wissen wir, dass wir das Licht ausmachen sollen, wenn wir den Raum verlassen, das Wasser beim Zähneputzen nicht laufen lassen und keine Plastiktüten benützen sollen. Aber mal ehrlich: Halten wir uns immer daran? Oder denkem wir meist: “Ach, das eine Mal wird schon nicht so schlimm sein”? Ist es doch! Denn das, was der Einzelne tut, können die anderen rund 85 000 000 Deutschen auch. Und so werden aus einer Tüte 85 000 000. Darum - fangen wir an, das zu ändern. Genau jetzt. Damit die Welt ein bisschen besser wird!

1 Überwiegend regionale Lebensmittel kaufen

Nahrungsmittelkonzerne schicken Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Wein gern um die halbe Welt. Für den Transport von einem Kilo Bananen aus Südamerika werden so etwa sieben Liter Kerosin verbraucht, für eine Flasche kalifornischen Wein etwa sechs Liter. Warum denn nicht auf den Wein von der Mosel zurückgreifen, auf das Obst des Bauern von nebenan oder auf das Fleisch seiner Schweine, Rinder und Hühner?

P.S. Aber auch bei regionalen Lebensmitteln muss man aufpassen. In der Nordsee gefangene Krabben werden meist in Marokko gepult, bevor sie im deutschen Supermarkt landen. Also: lieber selbst pullen!

2 Auf Verpackungen verzichten

Jeder Deutsche produziert im Jahr etwa 500 Kilo Abfall. 85 000 000 Deutsche produzieren also jährlich 42 500 000 000 Kilo. Das ist doch ein gutes Argument für Mehrwegflaschen, Nachfüllpackungen, Großpackungen - oder zum Beispiel loses Obst und Gemüse, oder?

3 Darauf achten, wie die Bank Euer Geld investiert

Es ist anstrengend genug, über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Altersvorsorge nachzudenken. Wer es aber ohnehin schon tut, kann auch mal eben bei seiner Bank anrufen und fragen, wo sein Geld denn investiert wird - um auszuschließen, dass er damit am Ende Firmen versorgt, die die Umwelt über Gebühr verschmutzen oder Menschenrechte missachten.

4 Weniger Papier verbrauchen

In Westeuropa verbraucht jeder Mensch durchschnittlich 210 Kilo Papier pro Jahr. Das ist etwa ein Harry-Potter-Buch am Tag. Und dafür werden jede Minute weltweit 33 Fußballfelder Wald vernichtet. Darum: Papier beidseitig nutzen (z.B. Option “beidseitig drucken” am PC) und Fehldrucke als Notizzettel nutzen.

5 Kühlschränke gut isolieren

Kühl- und Gefrierschränke mögen in ihrer Nähe keine Wärmequellen wie Herd, Heizung oder Spülmaschine. Ihnen wird dann schnell zu warm, und sie verbrauchen mehr Strom, um ihre eigene Temperatur zu halten. Also die Nähe zwischen diesen beiden Kontrahenten vermeiden - oder sie gut isolieren.

6 Alte Brillen zum Optiker zurückbringen

In vielen Schubladen lagern alte Brillen, die von niemandem mehr gebraucht werden. Dabei gibt es auf der Welt etwa 200 Millionen Menschen, die schlecht sehen, sich aber keine Sehhilfe leisten können. Wir können ihnen helfen, indem wir unsere alten Brillen zurück zum Optiker bringen. Von dort werden sie an Hilfsprojekte weitergeleitet.

7 Mit Jutebeutel statt Plastiktüten einkaufen

Die eine Tüte von H&M macht doch nichts, oder? Macht sie eben doch - in der Summe nämlich. Wenn jeder so denkt, sammeln sich im Jahr in Deutschland bis zu 5,3 Milliarden Tüten an - und jede davon braucht knapp 600 Jahre, um zu verrotten.

8 Wenn alles gesagt ist: alte Handys recyceln

Fachgerechte Entsorgung schont die Umwelt und ermöglicht die Wiederverwendung seltener Rohstoffe. Die Geräte kann man entweder bei T-Mobile oder bei der Deutschen Umwelthilfe abgeben. Das erspart allein Deutschland 20 000 Tonnen Elektroschrott im Jahr - das Gewicht der “Queen Mary II”.

9 Erst Blut spenden, dann “Sex and the City” gucken

Leben retten: Ein-Erste-Hilfe-Kurs dauert so lange wie eine Doppelfolge “Sex and the City”. Aber er ist viel sinnvoller … Blut zu spenden geht übrigens noch viel schneller. www.drk.de/blutspendedienst

10 Kaffee trinken, nicht warm halten

70 Prozent des Stromverbrauchs von Kaffeemaschinen gehen auf die Warmhaltefunktion zurück, nur 30 % werden zum Kaffeekochen verbraucht. Den Kaffee lieber gleich trinken - oder in eine Thermoskanne umfüllen.

11 Energie sparen und Geld spenden

Wer die Heizung nur ein Grad runterdreht, spart sechs Prozent Energie. Das sind im Schnitt 60 Euro pro Haushalt im Jahr, also fünf Euro im Monat. Und die können wir wiederum spenden.

Wir sind, was wir tun

Der Besteller aus Großbritannien hat schon Hunderttausende dazu inspiriert, sich zu engagieren. Er beschreibt 50 kleine Aktionen, die Großes bewirken können - und ganz leicht umzusetzen sind … “Einfach die Welt verändern”

Die Kinderburg, geschützter Raum für Kinder

Freitag, 13. Februar 2009

Schon wieder steht ein neues Projekt des Kinderschutzbundes an. Zusammen mit dem DPWV In dafür angemieteten Räumen soll hier ein intensives Trainingsprogramm für Mädchen und Jungen aus Migrantenfamilien angeboten werden.

Gerade in sozial benachteiligten Familien ist eine zusätzliche professionelle Unterstützung unerlässlich. Bisher fehlt den Kindern aus Migrantenfamilien eine Einbindung in integrative Gruppenangebote, ein Austausch mit anderen mit dem Ziel, ein gemeinsames Leben und Lernen unter Einbeziehung der unterschiedlichen Lebenserfahrungen und der kulturellen Identität.

Das Projekt Die Kinderburg soll dem einzelnen Kind die Möglichkeit bieten, grundlegende Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse innerhalb einer Gruppe zu erfahren, so dass die im Elternhaus erfahrenen Defizite gemindert werden können. Vorhandene kulturelle Hintergründe des einzelnen Kindes innerhalb der Gruppe betonen die unterschiedlichen Lebenswelten und tragen wesentlich zur Ausbildung von Toleranz und Wertschätzung bei.

Eine Einbindung der Eltern in Form einer Elterngruppe und regelmäßige Beratungsangebote können das Bemühen um Chancengleichheit unterstützen und dazu beitragen, Isolation aufzubrechen.

Gedacht ist dieses Angebot für Kinder im Grundschulalter.

Nun müssen dafür aber erst einmal Gelder beantragt werden. Dieses soll aus einer Stiftung kommen und die Bearbeitung kann 8 - 12 Monate dauern. Also heißt es warten und geduldig sein. Vielleicht klappt es ja. Es kann schließlich auch sein, dass die Stiftung dieses Projekt nicht unterstützt. Das alles bleibt abzuwarten, aber seien wir einfach mal zuversichtlich.

Papaya

Sonntag, 8. Februar 2009

Die Papaya ist eine Frucht, die ursprünglich an den Küsten des tropischen Amerika beheimatet war. Spanische Seefahrer brachten die Pflanze Anfang des 16. Jahrhunderts auf die Westindischen Inseln, von wo aus sie weiterverbreitet wurde. Der Name “Papaya” bedeutet so viel wie “Baum der Gesundheit”, und tatsächlich hat diese Frucht äußerst positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Man kann eine Papaya einfach mit etwas Zitronensaft oder Salz aus der Schale essen, sie lässt sich aber auch zu zahlreichen Chutneys, Currys und Salsas verarbeiten. Sogar die Samen kann man wie Pfeffer zum Würzen verwenden.

Es gibt immer einen Weg

Sonntag, 8. Februar 2009

Wie Ihr Euch auch im größten Stimmungstief selbst motivieren könnt

Ob Alltags-Stress oder echte Krise - es gibt Phasen, in denen einfach nichts mehr geht. Ich habe mal ein bisschen nachgelesen, wie Ihr neuen Mut schöpft.

Was für ein Tag! Hektik am Morgen, weil Euer Partner zu einer dreitägigen Geschäftsreise aufbricht. Danach Stress und ein schlecht gelaunter Chef bei der Arbeit. Mittags steht Ihr vor einem fast leeren Kühlschrank, und beim improvisierten Mittagessen präsentiert der Sohn eine Fünf in Mathe. Danach bekommt Eure Teenager-Tochter einen hysterischen Anfall, weil sie abends nur bis 22 Uhr auf der Party einer Freundin bleiben darf. Total genervt und mit hämmernden Kopfschmerzen fahrt Ihr zum Supermarkt, um wenigstens das Notwendigste einzukaufen. Da macht es Puff, und der rechte Vorderreifen Eures Wagens ist geplatzt. Jetzt könnt Ihr einfach nicht mehr. Schluchzend bleibt Ihr hinter dem Lenkrad sitzen. Die Welt kann ja so fies sein! Bestimmt kennt Ihr solche oder ähnliche Tage. Doch was kann man dann tun?

Nun, da hilft nur eines: sich selbst motivieren. Nur - das ist leichter gesagt als getan. Dennoch, selbst im größten Stimmungstief gibt es einige Tricks, mit denen Ihr Euch wieder herausholen könnt. Ich verrate Euch sieben Schritte, die Euch in kritischen Situationen wirklich helfen.

Schritt 1:

Zieht die Notbremse!

Nehmt Euch erstmal eine kleine Auszeit! Lasst Dampf ab, und gebt Euch und Euren Gefühlen - ganz ohne schlechtes Gewissen - ein paar Minuten lang den Raum und die Zeit, die sie brauchen. Sorgt aber dafür, dass Ihr dabei allein seid, und zieht Euch vorübergehend zurück. Das geht eigentlich immer und überall. Auf der Arbeit gibt es dafür die Toilette, zu Hause das Bad, das Schlafzimmer oder einen anderen stillen Winkel. Und unterwegs tut’s das Auto oder eine Parkbank. Sobald Ihr allein seid, könnt Ihr Euch gehen lassen. Denn nur wenn Ihr Euren Ärger, Eure Trauer, Angst oder Wut bewusst wahrnehmt, setzt Ihr auch die notwendigen Kräfte frei, um eine Krise zu bewältigen. Also: Weint, schimpft, schreit! Was immer Euch in Momenten größter Anspannung erleichtert, ist richtig. Danach - und das ist sehr wichtig - solltet Ihr mindestens dreimal tief durchatmen. Das entspannt und klärt den Kopf.

Schritt 2:

Denkt in Ruhe nach, was eigentlich genau los ist!

So, jetzt seid Ihr in der Lage, Euch mit Euren Problemen auseinanderzusetzten. Analysiert die Situation! Was sind die Ursachen, wer oder was ist eigentlich für den Frust verantwortlich? Was muss sofort getan werden, was kann warten? Was ist wirklich wichtig, was nicht? Was müsst Ihr selbst tun, was kann delegiert werden? Beantwortet Euch diese Fragen in aller Ruhe. Vielleicht schreibt Ihr Euch Eure Gedanken dazu sogar auf. Oft kann Euch nämlich genau das den Überblick und die Distanz ermöglichen, die Ihr braucht, um Krisen zu bewältigen.

Schritt 3:

Überlegt, wo und wie Ihr Unterstützung findet?

Ein Roman des Schriftstellers Mario Simmel heißt “Niemand ist eine Insel”. Ein weiser Titel, denn tatsächlich kann niemand immer alles allein schaffen und bewältigen. Überlegt daher, wer Euch helfen kann und was Euch jetzt guttun würde! Möglichweise braucht Ihr jemanden, bei dem Ihr Euch aussprechen könnt. Dann kann Euch ein Gespräch mit einer Freundin bestimmt weiterhelfen. Oder Ihr wünscht Euch bei der Problembewältigung die Unterstützung Eures Partners. Dann sagt ihm das deutlich. Die meisten Menschen sind nämlich absolut keine Gedankenleser. Aber vielleicht braucht Ihr zur Lösung Eures Problems auch professionelle Hilfe in Form von Beratung oder Dienstleistung. Manchmal sind es gerade die naheliegende Dinge, auf die wir gar nicht kommen - wie z.B. im Fall des geplatzten Autoreifens einfach beim Pannendienst anzurufen.

Schritt 4:

Inspiriert Euch selbst!

Das unmittelbar anstehende Problem habt Ihr nun in Angriff genommen, vielleicht sogar schon gelöst? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um kurz innezuhalten und sich zu fragen, wie es eigentlich dazu kommen konnte, dass Ihr Euch so überfordert fühlt. Was ist falsch gelaufen? Was hat Euch so sehr demotiviert? Und dann überlegt, was Euch motiviert! Ist es Anerkennung, Erfolg, Freizeit, die Suche nach dem Sinn des Lebens? Was immer es auch ist, es wird Euch dabei helfen, etwas zu verändern und Eure Ziele zu erreichen. Stellt Euch vor, wie Euer Leben dann aussieht: Das inspiriert und hat eine gewaltige Motivationskraft. Setzt es um, indem Ihr nach dem “Wenn-dann-Prinzip” vorgeht! Also, nehmen wir einmal an, Ihr fühlt Euch von dem Gedanken, mehr Zeit für Euch zu haben, motiviert. Dann könnte Euch beim anfangs beschriebenen Tag künftig ein Deal mit Eurem Teenager weiterhelfen. Wenn Eure Tochter Verantwortungsbewusstsein zeigt und an manchen Tagen das Mittagessen oder die Einkäufe übernimmt, dann darf sie abends auch etwas länger wegbleiben - und Ihr habt mehr Zeit für Euch. Zwei Fliegen mit einer Klappe!

Schritt 5:

Fangt mit kleinen Schritten an!

Das eben war vielleicht nur eine Kleinigkeit, aber es war immerhin ein Anfang. Natürlich wird sich nicht alles auf einmal verändern lassen, aber der Weg zu jedem Ziel beginnt mit dem ersten Schritt. Um Eure großen Wünsche und Träume zu verwirklichen, müsst Ihr Etappenziele festlegen. Das hilft Euch dabei zu erkennen, wie viel Ihr bereits geschafft habt und wo Ihr gerade steht. Und: Jedes ereichte Etappenziel ist ein kleiner Sieg und ein Erfolg, der zum weitermachen motiviert.

Schritt 6:

Bringt Eure inneren Kritiker zum Schweigen!

So weit so gut. Aber wahrscheinlich hat sich in Eurem Inneren jetzt eine nörgelnde kleine Stimme gemeldet, die so unangenehme Sachen sagt wie: “Die hat leicht reden” oder “So einfach ist das nicht” oder “Das schaff ich nie”. Macht Euch klar, wie viele Möglichkeiten Ihr Euch verbaut und wie viel Selbstmotivation verloren geht, wenn Ihr Eurer destruktiven inneren Stimme glaubt. Befreit Euch von diesen quälenden Gedanken, indem Ihr Euch auf Eure Entwicklung und Fortschritte konzentriert! Erinnert Euch daran, welche Krisen Ihr in Eurem Leben bisher erfolgreich gemeistert habt. Das gibt Euch Kraft und stärkt Euer Vertrauen in Euch selbst.

Schritt 7:

Belohnt Euch für Eurer Engagement, und feiert Euren Erfolg!

Belohnungen motivieren. Nutzt diesen Effekt, und stellt Euch selbst Belohnungen für erfüllte Aufgaben und Erreichtes in Aussicht. Gönnt Euch bei jedem Erfolg, auch wenn er noch so klein ist, etwas Gutes, z.B. einen neuen Duft, ein Buch, einen Kinobesuch oder eine Massage. Das motiviert ganz ungemein. Und feiert, wenn Ihr etwas bewältigt und ein Ziel erreicht habt! Genießt das Gefühl, erfolgreich zu sein. Lobt Euch selbst, trinkt vielleicht ein Glas Sekt. Und erzählt auch Eurem Partner, Eurer Familie und Euren Freunden von Eurem Erfolg. Erst durch das Feiern bekommt dieser Erfolg nämlich auch den richtigen Stellenwert.