Wie Ihr Euch auch im größten Stimmungstief selbst motivieren könnt
Ob Alltags-Stress oder echte Krise - es gibt Phasen, in denen einfach nichts mehr geht. Ich habe mal ein bisschen nachgelesen, wie Ihr neuen Mut schöpft.
Was für ein Tag! Hektik am Morgen, weil Euer Partner zu einer dreitägigen Geschäftsreise aufbricht. Danach Stress und ein schlecht gelaunter Chef bei der Arbeit. Mittags steht Ihr vor einem fast leeren Kühlschrank, und beim improvisierten Mittagessen präsentiert der Sohn eine Fünf in Mathe. Danach bekommt Eure Teenager-Tochter einen hysterischen Anfall, weil sie abends nur bis 22 Uhr auf der Party einer Freundin bleiben darf. Total genervt und mit hämmernden Kopfschmerzen fahrt Ihr zum Supermarkt, um wenigstens das Notwendigste einzukaufen. Da macht es Puff, und der rechte Vorderreifen Eures Wagens ist geplatzt. Jetzt könnt Ihr einfach nicht mehr. Schluchzend bleibt Ihr hinter dem Lenkrad sitzen. Die Welt kann ja so fies sein! Bestimmt kennt Ihr solche oder ähnliche Tage. Doch was kann man dann tun?
Nun, da hilft nur eines: sich selbst motivieren. Nur - das ist leichter gesagt als getan. Dennoch, selbst im größten Stimmungstief gibt es einige Tricks, mit denen Ihr Euch wieder herausholen könnt. Ich verrate Euch sieben Schritte, die Euch in kritischen Situationen wirklich helfen.
Schritt 1:
Zieht die Notbremse!
Nehmt Euch erstmal eine kleine Auszeit! Lasst Dampf ab, und gebt Euch und Euren Gefühlen - ganz ohne schlechtes Gewissen - ein paar Minuten lang den Raum und die Zeit, die sie brauchen. Sorgt aber dafür, dass Ihr dabei allein seid, und zieht Euch vorübergehend zurück. Das geht eigentlich immer und überall. Auf der Arbeit gibt es dafür die Toilette, zu Hause das Bad, das Schlafzimmer oder einen anderen stillen Winkel. Und unterwegs tut’s das Auto oder eine Parkbank. Sobald Ihr allein seid, könnt Ihr Euch gehen lassen. Denn nur wenn Ihr Euren Ärger, Eure Trauer, Angst oder Wut bewusst wahrnehmt, setzt Ihr auch die notwendigen Kräfte frei, um eine Krise zu bewältigen. Also: Weint, schimpft, schreit! Was immer Euch in Momenten größter Anspannung erleichtert, ist richtig. Danach - und das ist sehr wichtig - solltet Ihr mindestens dreimal tief durchatmen. Das entspannt und klärt den Kopf.
Schritt 2:
Denkt in Ruhe nach, was eigentlich genau los ist!
So, jetzt seid Ihr in der Lage, Euch mit Euren Problemen auseinanderzusetzten. Analysiert die Situation! Was sind die Ursachen, wer oder was ist eigentlich für den Frust verantwortlich? Was muss sofort getan werden, was kann warten? Was ist wirklich wichtig, was nicht? Was müsst Ihr selbst tun, was kann delegiert werden? Beantwortet Euch diese Fragen in aller Ruhe. Vielleicht schreibt Ihr Euch Eure Gedanken dazu sogar auf. Oft kann Euch nämlich genau das den Überblick und die Distanz ermöglichen, die Ihr braucht, um Krisen zu bewältigen.
Schritt 3:
Überlegt, wo und wie Ihr Unterstützung findet?
Ein Roman des Schriftstellers Mario Simmel heißt “Niemand ist eine Insel”. Ein weiser Titel, denn tatsächlich kann niemand immer alles allein schaffen und bewältigen. Überlegt daher, wer Euch helfen kann und was Euch jetzt guttun würde! Möglichweise braucht Ihr jemanden, bei dem Ihr Euch aussprechen könnt. Dann kann Euch ein Gespräch mit einer Freundin bestimmt weiterhelfen. Oder Ihr wünscht Euch bei der Problembewältigung die Unterstützung Eures Partners. Dann sagt ihm das deutlich. Die meisten Menschen sind nämlich absolut keine Gedankenleser. Aber vielleicht braucht Ihr zur Lösung Eures Problems auch professionelle Hilfe in Form von Beratung oder Dienstleistung. Manchmal sind es gerade die naheliegende Dinge, auf die wir gar nicht kommen - wie z.B. im Fall des geplatzten Autoreifens einfach beim Pannendienst anzurufen.
Schritt 4:
Inspiriert Euch selbst!
Das unmittelbar anstehende Problem habt Ihr nun in Angriff genommen, vielleicht sogar schon gelöst? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um kurz innezuhalten und sich zu fragen, wie es eigentlich dazu kommen konnte, dass Ihr Euch so überfordert fühlt. Was ist falsch gelaufen? Was hat Euch so sehr demotiviert? Und dann überlegt, was Euch motiviert! Ist es Anerkennung, Erfolg, Freizeit, die Suche nach dem Sinn des Lebens? Was immer es auch ist, es wird Euch dabei helfen, etwas zu verändern und Eure Ziele zu erreichen. Stellt Euch vor, wie Euer Leben dann aussieht: Das inspiriert und hat eine gewaltige Motivationskraft. Setzt es um, indem Ihr nach dem “Wenn-dann-Prinzip” vorgeht! Also, nehmen wir einmal an, Ihr fühlt Euch von dem Gedanken, mehr Zeit für Euch zu haben, motiviert. Dann könnte Euch beim anfangs beschriebenen Tag künftig ein Deal mit Eurem Teenager weiterhelfen. Wenn Eure Tochter Verantwortungsbewusstsein zeigt und an manchen Tagen das Mittagessen oder die Einkäufe übernimmt, dann darf sie abends auch etwas länger wegbleiben - und Ihr habt mehr Zeit für Euch. Zwei Fliegen mit einer Klappe!
Schritt 5:
Fangt mit kleinen Schritten an!
Das eben war vielleicht nur eine Kleinigkeit, aber es war immerhin ein Anfang. Natürlich wird sich nicht alles auf einmal verändern lassen, aber der Weg zu jedem Ziel beginnt mit dem ersten Schritt. Um Eure großen Wünsche und Träume zu verwirklichen, müsst Ihr Etappenziele festlegen. Das hilft Euch dabei zu erkennen, wie viel Ihr bereits geschafft habt und wo Ihr gerade steht. Und: Jedes ereichte Etappenziel ist ein kleiner Sieg und ein Erfolg, der zum weitermachen motiviert.
Schritt 6:
Bringt Eure inneren Kritiker zum Schweigen!
So weit so gut. Aber wahrscheinlich hat sich in Eurem Inneren jetzt eine nörgelnde kleine Stimme gemeldet, die so unangenehme Sachen sagt wie: “Die hat leicht reden” oder “So einfach ist das nicht” oder “Das schaff ich nie”. Macht Euch klar, wie viele Möglichkeiten Ihr Euch verbaut und wie viel Selbstmotivation verloren geht, wenn Ihr Eurer destruktiven inneren Stimme glaubt. Befreit Euch von diesen quälenden Gedanken, indem Ihr Euch auf Eure Entwicklung und Fortschritte konzentriert! Erinnert Euch daran, welche Krisen Ihr in Eurem Leben bisher erfolgreich gemeistert habt. Das gibt Euch Kraft und stärkt Euer Vertrauen in Euch selbst.
Schritt 7:
Belohnt Euch für Eurer Engagement, und feiert Euren Erfolg!
Belohnungen motivieren. Nutzt diesen Effekt, und stellt Euch selbst Belohnungen für erfüllte Aufgaben und Erreichtes in Aussicht. Gönnt Euch bei jedem Erfolg, auch wenn er noch so klein ist, etwas Gutes, z.B. einen neuen Duft, ein Buch, einen Kinobesuch oder eine Massage. Das motiviert ganz ungemein. Und feiert, wenn Ihr etwas bewältigt und ein Ziel erreicht habt! Genießt das Gefühl, erfolgreich zu sein. Lobt Euch selbst, trinkt vielleicht ein Glas Sekt. Und erzählt auch Eurem Partner, Eurer Familie und Euren Freunden von Eurem Erfolg. Erst durch das Feiern bekommt dieser Erfolg nämlich auch den richtigen Stellenwert.