Was Menschen für Menschen geschaffen haben
29. Januar 2009Schon vor einiger Zeit habe ich mir dieses Buch von der Bücherbörse mitgebracht und lange lag es ungelesen im Bücherregal. Als ich Weihnachten ein paar ruhige Tage hatte, habe ich es hervorgeholt und wollte nur mal reingucken. Dann hat es mich so faziniert, dass ich es - fast - nicht mehr aus der Hand legen konnte. Swantje Strieder und Jürgen Strauss, der die Fotos gemacht hat, haben dieses Buch über Karlheinz Böhm zum 20jährigen Bestehen der Hilfsorganisation Menschen für Menschen” herausgebracht. Das war 2001, fast steht schon das 30jährige vor der Tür.
Als Karlheinz Böhm bei Frank Elstner im ZDF seine Wette verlor und als Wetteinsatz versprochen hatte, den Menschen in Äthiopien zu helfen, da glaubten viele, das sein Strohfeuer eines vom Erfolg verwöhnten Schauspielers. Doch das Engament währt bereits 28 Jahre, und es hält an.
Dieses Buch berichtet zum einen hautnah aus dem notleidenden Kontinent Afrika: Karlheinz Böhm bietet dort Hilfe zur Selbsthilfe für fast zwei Millionen Menschen: keine überdimensionierten Großprojekte, sondern gezielte Entwicklung an der Basis. Zum anderen wird von den Spendern erzählt, die sich für die Menschen in Äthopien engagieren und durch vielfältige, phantasievolle und von Herzen kommende Aktivitäten Geld für die Hilfsorganisation Menschen für Menschen sammeln.
1984 hatte die Journalistin Swantje Strieder zum ersten Mal Karlheinz Böhm in Äthopien aufgesucht, um für den Spiegel eine Reportage zu verfassen. Seitdem hat sie die Hilfsprojekte immer wieder besichtigt und darüber berichtet. Sie sah sich Aufforstungen und Öko-Projekte in Dürregebiete an, sprach mit Musterbauern und sesshaft gewordenen Nomaden. Sie feierte mit Frauen und Mädchen die Abschaffung des grausamen Beschneidungsrituals, trank Kaffee mit armen Witwen, die durch einen Kleinkredit zu Unternehmerinnen geworden sind. Sie spielte mit AIDS-Waisen im Kinderheim und besuchte das Mädchen Lettekiros, das Böhm vor vielen Jahren vor dem Hungertod gerettet hatte. Später wurde sie von Karlheinz Böhm und seiner Frau adoptiert. Eine Spende über rund 70 Euro rettete ihr Leben!
Dieses Buch zeigt, wie wichtig und einfallsreich Menschen sind, die für andere spenden. Und es zeigt, dass die Hilfe bei den Hilfsbedürftigen ankommt und wie sie ankommt.
Für mich eines der fazinierensten Bücher, die ich in der letzten Zeit in der Hand hatte. Und es beeinhaltet alles, was für mich wichtig und spannend ist. Die Idee, anderen Menschen zu helfen und das auch in diesem Maße zu schaffen und dann das Land Afrika, der Kontinent, den ich gerne kennen lernen würde.