“Rote Sonne, schwarzes Land”
11. Januar 2009Ich mag Bücher, … weil sie mir die Welt zeigen, wie sie ist. Ich selber bin ja nicht so ein großer Reisefan, aber meinen Lieblingskontinent Afrika hätte ich schon gerne mal besucht. Leider fehlt mir das Geld dazu. Aber in diesem Roman von Barbara Wood konnte ich viel von dort lesen.
Deborah Treverton flieht aus einem brennenden Land, aus Kenia, wo der Konflikt zwischen Schwarz und Weiß sich offen entlädt. Der Orkan ist entfesselt. Schönheit und Haß, Triumpf und Verzweiflung, Zerstörung und Zärtlichkeit prallen offen gegeneinander. Aber sie flieht auch vor einer verbotenen Liebe.
Und vor dem Fluch, den die angesehene und gefürchtete Medizinfrau Wachera über ihre Familie verhängt hat. Jahre später wird sie nach Kenia zurückkehren und stößt überall auf die Spuren ihrer Vorfahren, die als britische Kolonialherren das Schicksal des Landes geprägt haben. Auf der Suche nach ihrer Indentität muß sie sich ständig der Frage stellen: “Ist Afrika meine Heimat?”
Ich lese ja durch die Bank weg alles, was mir so unter die Finger kommt. So habe ich auch schon einiges anderes von Barbara Wood gelesen. “Rote Sonne, schwarzes Land” ist meiner Meinung nach eines ihrer besten Bücher. Man sollte sich nicht von den über 700 eng bedruckten Seiten schrecken lassen - man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Sehr intensiv recheriert erzählt B. Wood die Familiensaga der britischen Kolonisten-Familie Treverton, die Anfang des Jahrhunderts ihr Glück im damals noch fast unberührten Kenia sucht. Die Hauptfigur, Grace, ist Ärztin und schafft es, trotz finanzieller Schwierigkeiten, Widerstäde in der eigenen Familie und dem immer währenden Kampf gegen afrikanische Medizin und Kultur, eine Mission aufzubauen. Über 70 Jahre hinweg ergreifen den Leser die Schicksale der Familie und vieler Menschen in ihrem Umfeld. Es fasziniert die rasante Entwicklung eines bis dahin von der westlichen Welt fast unberührten Landes innerhalb nur eines Jahrhunderts. Man hat fast das Gefühl, Kenia zu kennen und mindestens das Bedürfnis, das Land einmal selbst zu bereisen. Mir hat an diesem Buch gut gefallen, dass dem Leser neben der eigentlichen Geschichte sehr viel über die Kultur des Landes, die alten Sitten und auch über die teilweise dramatischen politischen Entwicklungen in Kenia vermittelt wird. Besser kann Geschichte “in Verpackung” kaum beschrieben werden!