Bei Diäten gibt es jede Menge Regeln. Doch einige sind längst überholt, andere schlicht falsch. Ich sage Euch, was wirklich stimmt und was Ihr vergessen könnt.
Habe ich mir natürlich nicht selber ausgedacht, sondern in Zeitschriften oder aus dem Fernsehen erfahren.
1. Dicke leben kürzer
Falsch! Im Gegenteil: Sehr dünne Menschen haben laut Studien die kürzeste Lebenserwartung und das höchste Risiko für Herzkrankheiten. Menschen mit leichtem Übergewicht, also einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 bis 30, leben dagegen am längsten. Starkes Übergewicht ist aber dennoch nicht gesund. Es erhöht das Herz-Kreislauf-Risiko, fördert Gelenkbeschwerden und auch Diabestes.
2. Täglich wiegen bringt viel
Eine Waage kann einem die Laune ganz schön verderben. Habt Ihr abgenommen, tut Wiegen gut. Falls plötzlich mehr draufsteht, ist es frustrierend. Treibt Ihr Sport, verändert sich der Körperfettanteil, häufig aber nicht das Gewicht. Besser: mit einem Maßband messen.
3. Fett macht fett
Das stimmt nicht ganz - es kommt auf die Auswahl an. Studien belegen, dass sogenannte Transfettsäuren besonders stark ansetzen. Sie stecken z.B. in Produkten mit gehärteten Fetten und Frittierfett. Besser: pflanzliche Öle (z.B. Olivenöl) verwenden. Sie sind gesünder und halten (in Maßen) schlank.
4. FdH hilft am meisten
“Friss die Hälfte” gehört zwar zu den beliebtesten Diäten, aber leider nicht zu den effektivsten. Im Gegenteil: Sie ist auf Dauer sogar ungesund. Denn neben weniger Fett und Kalorien bekommen wir auch nur die Hälfte an Vitaminen. Und am Essverhalten ändert FdH dauerhaft auch nichts. Essen wir danach normal, ist der Jo-Jo-Effekt programmiert.
5. Ohne Frühstück nimmt man noch schneller ab
Falsch! Der Versicht auf Frühstück hat mehrere Nachteile. 1. Bekommt der Stoffwechsel am Morgen keinen Brennstoff, schaltet er auf Sparflamme. Die Folge: Wir können immer weniger essen und nehmen leichter zu. 2. Wer morgens hungert, bekommt im Laufe des Tages leichter Heißhunger. Und isst am Ende mehr!
6. Spät essen setzt an
Zum Glück nicht! Sonst müssten die Menschen in den Mittelmeerländern auch alle dick sein. Sie essen dort nämlich generell spät. Wichtig ist nur, wie viel Energie Ihr über den gesamten Tag zu Euch nehmt. Für einen ruhigen Schlaf macht es allerdings Sinn, die letzte Mahlzeit etwa zwei Stunden vor dem Zubettgehen zu essen.
7. Rohkost am Abend macht schlank
Falsch! Denn Rohkost und Salat am Abend können vom Körper nicht vollständig verdaut werden, weil die Verdauung schon ziemlich inaktiv ist. Die Ballaststoffe werden also im Darm gelagert und fangen an zu gären. Das kann am nächsten Tag einen ziemlichen Blähbauch zur Folge haben. Der geht zwar auch wieder weg, aber das Gefühl des Abnehmens ist damit dahin. Besser: abends gedünstetes Gemüse essen.
8. Diäten bringen nichts. Sie führen nur zum Jo-Jo-Effekt
Keine Sorge, Jo-Jo ist kein unabwendbares Schicksal. Das hat sogar eine Studie aus Göttingen ergeben. Ideal: Nehmt Euch Zeit zum Abnehmen, und stellt Eure Ernährungs- und Lebensgewohnheiten dauerhaft um.
9. Gene verursachen Übergewicht
Ihr denkt, Ihr könnt nicht abnehmen, weil in Eurer Familie alle dick sind? Das ist so nicht richtig. Fakt ist: Die Veranlagung zu Übergewicht hat zu 50 Prozent genetische Ursachen. Den Rest könnt Ihr aber durch gesunde Ernährung und Sport selbst bestimmen. Und: Die “Dickmachergene” können sich dadurch sogar verändern. Und davon profitieren auch Eure Nachkommen.
10. Wer abnehmen will, sollte wenig Salz essen
Falsch! Salz hat keinen Einfluss auf unseren Stoffwechsel. Deshalb könnt Ihr Euer Essen auch beim Abnehmen salzen, wie es Euch lieb ist - sofern Ihr es vertragt. Allerdings wird durch Salz Wasser im Körper gespeichert. Salzarmes Essen lässt den Körper dagegen Wasser ausscheiden. Ihr verliert Flüssigkeit und damit Gewicht. Großen Einfluss hat es aber nicht.
11. Light macht schlank
Das Problem bei den angeblich leichten Produkten ist: Sie enthalten oft weniger Fett oder Zucker, aber bei gleicher Kalorienmenge. Und: Durch die Fülle an Zusatzstoffen machen sie nicht richtig satt. Der Gedanke an Genuss ohne Reue verleitet uns dazu, mehr zu essen. Und dann ist der Schlank-Effekt dahin.
12. Drei große Mahlzeiten pro Tag sind besser als fünf Kleine
Darüber wird seit Jahren immer wieder heiß diskutiert. Angeblich sollen drei Mahlzeiten dafür sorgen, dass der Blutzuckerspiegel sich durch die längere Esspause wieder erholt. Mit dem Ergebnis: besserer Fettabbau und schnellerer Abnehmerfolg. Fakt ist aber: Was die Häufigkeit der Mahlzeiten oder Verwertung der Nahrung betrifft, gibt es keine eindeutigen Studien oder klaren Regeln. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher auch weiterhin fünf kleine Mahlzeiten. Grund: Der Blutzucker sinkt zwischen den einzelnen Mahlzeiten nicht so stark ab. Dadurch kommt weniger Heißhunger auf. Und: Die Lebensmittelauswahl kann bei fünf Mahlzeiten abwechslungsreicher gestaltet werden, z.B. durch Obst oder Gemüse.