Archiv für den 31. August 2008

Kofferkuli

Sonntag, 31. August 2008

Ich muss noch mal auf meine Fahrt nach Soest zurückkommen. In Soest wird zur Zeit der Bahnhof umgebaut. Dazu hat man einen Übergang über die Gleise gelegt, der nur mit viel Treppensteigen zu bewältigen ist. Ich habe die Stufen nicht gezählt, aber es war schon recht beschwerlich, auf der einen Seite mit dem Koffer rauf und auf der anderen wieder runter zu kommen. Da es für ältere Menschen oder auch Mütter mit Kinderwagen sehr mühsam wäre, auf den Bahnsteig zu kommen, hat man dort Menschen angestellt, die helfen sollen. Gepäckträger sozusagen. Das hat mich an alte Filme von früher erinnert. Aber wo sind die eigentlich geblieben?

Gepäckträger war einst, wenn schon keine Berufung, so doch ein ehrbarer Beruf. Dann plötzlich standen auf den Bahnsteigen überall diese angeketteten Wagen herum, mit denen man sein Gepäck selbst transportieren konnte. Noch heute fordern sie den Benutzer - neben einem Pfand - etwas Geschicklichkeit und Mut ab, vor allem auf Rolltreppen. Diese Wagen heißen Kofferkulis, wobei das Wort “Kuli” nichts mit unserem Kugelschreiber zu tun hat. Einst gab es einen indischen Volksstamm dieses Namens, und weil viele Stammesmitglieder in der Fremde als Tagelöhner arbeiten mussten, entwickelte sich der Begriff zum Synonym für ausgebeutete Arbeiter.

Zigarrendünger

Sonntag, 31. August 2008

Ein Tipp, den ich nur gehört habe und eine Bekannte von mir schwört darauf. Bei uns im Haushalt gibt es - zum Glück - keine Raucher, also muss ich meine Kakteen anders düngen.

Ein guter Kakteendünger soll nämlich die Asche von Zigarren und Zigartetten sein. Die Asche auf die Erde streuen, so kann sie nach und nach mit der Gießkanne eindringen. Auch ist Zigarren- und Zigarettenasche ein gutes Ungeziefervernichtungsmittel. Sie wirkt vor allem gegen Blattläuse. Dazu streut Ihr einfach etwas Asche auf die Blumenerde. Sie kann auch vorbeugend eingesetzt werden.

Das mit den Blattläusen habe ich übrigens in früheren Jahren schon mal ausprobiert. Funktioniert wirklich. Blattläuse sind wohl keine Raucher! :-)

Warum sind Faultiere so faul?

Sonntag, 31. August 2008

Genau genommen ist das Faultier nicht faul, sondern nur sehr energiebewusst. Das Tier hat sich nämlich auf eine Nahrung spezialisiert, die andere Tiere nicht vertragen. Die Bäume, deren Blätter es frisst, schützen sich durch eine giftige Substanz vor Fressfeinden. Der Magen des Faultiers kann dieses schwer verdauliche Grünzeug jedoch gut verwerten. Dummerweise liefert es aber auch nur sehr wenig Energie, weshalb das Tier mit seinen Gewegungen haushalten muss.

“Tonnenschwer und federleicht”

Sonntag, 31. August 2008

Ich mag Bücher, weil ich lieber lese, als vor dem Fernseher zu sitzen. Besonders die Bücher vob Bianka Bleier sind besser als jede Doku-Soap.

Zum Buch:

Das Leben ist so schön, wenn es schön ist!

Und so düster und tonnenschwer, wenn die hellen, federleichten Tage vorbei sind. Das Rundum-sorglos-pauschal-Leben konnte nicht gebucht werden. Stattdessen füllt die fromme Hausfrau wieder abendelang Tagebuchseiten. Von Lachen und Weinen, Hoffen und Bangen, Glück und Schmerz ist da die Rede. Immer mit einem Humor, der einfach unverwechselbar ist. Ein Frühjahrsputz für staubig-graue Seelenfenster!

Wir begleiten hier die ebenso liebenswerte wie lebendige Familie Bleier durch die Höhen und Tiefen des Alltags in einem badischen Dorf. Heimlicher Hautdarsteller ist in diesem Buch der Sohn Jan, dessen Behinderung und die damit verbundenen Sorgen oft “tonnenschwer” auf der Familie lasten, dessen Charme und ansteckende Lebensfreude aber beständig für “federleichte” Erfahrungen gut sind. Und auch hier entfaltet die Verfasserin, wie beim Vorgänger “Stinknormal und einfach herrlich” ihre ganz besondere Gabe, uns das Leben, ob in schweren oder glücklichen Zeiten, als etwas sehr Intensives und Kostbares zu schildern. Sehr ermutigend auch die realistische Schilderung der Beziehung zu Ehemann Werner, die gegenseitige Achtung, das beständige “im Gespräch bleiben”. All das getragen vom Fundament ihres Glaubens an Gott, der ganz praktisch Bianka Bleiers Alltag durchdringt. Dieses Buch hat wirklich nur einen Fehler: Wenn man die Familie gerade so richtig ins Herz geschlossen hat, ist es schon wieder zu Ende. Aber es gibt ja noch mehr davon!

Mut zur Strategie

Sonntag, 31. August 2008

So hieß ein Fortbildungsangebot für (neu gewählte) Presbyterinnen in Soest, an dem ich Freitag und Samstag teilgenommen habe.

“Presbyterinnen und Presbyter sind berufen, die Kirchengemeinde in gemeinsamer Verantwortung mit den Pfarrerinnen und Pfarrern zu leiten” Art. 35 (1) Kirchenordnung

In einem Informationsfilm über die Evangelische Kirche im Münsterland vergleicht eine Presbyterin ihre Tätigkeit im Presbyterium, dem Leistungsgremium ihrer Kirchengemeinde, mit den entsprechenden Strukturen eines mittelständischen Unternehmens.

Für die Wahrnehmung dieser wichtigen Aufgabe habe auch ich mich zur Verfügung gestellt. Ich hoffe, dass die Arbeit im Presbyterium für mich eine Bereicherung sein wird.

Mit diesem Fortbildungsangebot wurde uns neu gewählten Presbyterinnen einerseits die Möglichkeit zum Austausch über Rolle und Funktion unseres Ehrenamtes geboten. Andererseits gab es auch Orientierungshilfen für den Einstieg in andere Schwerpunktthemen der Presbyteriumsarbeit (z.B. als Kirchmeisterin oder Personalpresbyterin).

Los ging es am Freitag um 16.00 Uhr. Nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte, ging es zum Stehkaffee und zur Begrüßung. Als erster Arbeitspunkt stand die Bilanz der ersten 100 Tage auf der Tagesordnung, ein Austausch über unsere bisherigen Erfahrungen als Presbyterin. Nach dem Abendessen ging es weiter mit der Einführung in die Strukturen der EKvW und dem Vortrag über Lust und Frust im Ehrenamt.

Der Samstag begann nach dem Frühstück und einer kleinen Andacht zum Einstieg in den Tag mit einem sehr interessanten und lebendigen Vortrag über Männer- und Frauenkommunikation (in Gremien), im Anschluß daran lernten wie, wie leicht es ist, die Haushaltspläne zu lesen.

Nach einem wirklich leckeren Mittagessen und einem ganz kurzen Spaziergang im wunderschönen Sonnenschein kam als Letztes: das Presbyterium als Arbeitgeber u.a. bei der Pfarrwahl, der Mitarbeitervertretung, dem Gleichstellungsgesetz der EKvW, sexueller Gewalt und anderen Konflikten am Arbeitsplatz.

Nun fehlte nur noch der Rückblick auf die letzten 24 Stunden und wir wurden mit einem Reisesegen auf die Heimfahrt geschickt.

Es waren sehr volle, aber auch sehr lehrreiche 24 Stunden. Mir ist noch einmal mehr klar geworden, dass es schon eine verantwortungsvolle Aufgabe ist, die ich da übernommen habe, aber ich bin auch stolz darauf, dass man mich dazu gewählt hat. Auf jeden Fall war diese Fortbildung sehr hilfreich und hat mir eine Menge von meinen Ängsten und von meiner Unsicherheit genommen.