Archiv für den 6. August 2008

“Schlaf wohl, mein süßes Kind”

Mittwoch, 6. August 2008

Da diese Krimis von Mary Higgins Clark ja immer im Doppelband erschienen, der zweite hier gleich hinterher:

Schlaf wohl, mein süßes Kind

Als die junge Modeboutique-Besitzerin Neeve vom spurlosen Verschwinden Ethel Lambstones hört, will sie nicht glauben, dass ihre Stammkundin, eine elegante Frau, ohne passende Garderobe einfach verreist sein könnte. Vor allem nicht, weil es sich um die berüchtigste Gesellschaftskolumnistin der Branche handelt. Neeves Verdacht bestätigt sich - und bringt ihr Leben in Gefahr …

Auf den Büchern von Mary Higgins Clark sollte der Verlag einen Aufkleber mit dem Hinweis “Suchtgefahr” anbringen. Keine andere Autorin schafft es, die Spannung bis zur letzten Seite zu halten und der Geschichte eine immer neue Wendung zu verpassen. Bravo, möge diese Dame 100 Jahre werden !!!

Das Totenhemdchen

Mittwoch, 6. August 2008

von den Gebrüdern Grimm.

Das Totenhemdchen

Es hatte eine Mutter ein Büblein von sieben Jahren, das war so schön und lieblich, dass es niemand ansehen konnte, ohne ihm gut zu sei, und sie hatte es auch lieber als alles auf der Welt. Nun geschah es plötzlich, dass es krank ward und der liebe Gott es zu sich nahm; darüber konnte sich die Mutter nicht trösten und weinte Tag und Nacht. Bald darauf aber, nachdem es begraben war, zeigte sich das Kind nachts an den Plätzen, wo es sonst im Leben gesessen und gespielt hatte; weinte die Mutter, so weinte es auch, und wenn der Morgen kam, war es verschwunden. Als aber die Mutter gar nicht aufhören wollte zu weinen, kam es in einer Nacht mit seinem weißen Totenhemdchen, in welchem es in den Sarg gelegt war, und mit dem Kränzchen auf dem Kopf, setzte sich zu ihren Füßen auf das Bett und sprach: “Ach Mutter, höre doch auf zu weinen, sonst kann ich in meinem Sarg nicht einschlafen; denn mein Totenhemdchen wird nicht trocken von deinen Tränen, die alle darauf fallen.” Da erschrak die Mutter, als sie das hörte, und weinte nicht mehr. Und in der anderen Nacht kam das Kindchen wieder, hielt in der Hand ein Lichtchen und sagte: “Siehst du, nun ist mein Hemdchen bald trocken, und ich habe Ruhe in meinem Grab.” Da befahl die Mutter dem lieben Gott ihr Leid und ertrug es still und geduldig, und das Kind kam nicht wieder, sondern schlief in seinem unterirdischen Bettchen.