Archiv für Juli 2008

“Mein Name ist Hase …” Teil 1

Donnerstag, 31. Juli 2008

Manche Redensarten verwenden wir fast täglich und wissen, was damit gemeint ist. Doch woher kommen die Sprichwörter eigentlich? In dieser Kategorie habe ich ja schon öfter Wörtern, Sprüchen und ihren Bedeutungen nachgeforscht.

Hier mal so einige:

“Den Nagel auf den Kopf treffen”

Im Mittelalter machten Bogenschützen Unstimmigkeiten auf spezielle Art aus. Sie schossen mit ihren Pfeilen auf eine Scheibe, die in der Mitte mit einem Nagel am Baum befestigt war. Wer den Metallstift traf, ging als Sieger vom Platz. Heute gewinnt der eine Diskussion, der mit seinen Worten genau den Punkt (Nagel) trifft.

“Unter dem Pantoffel stehen”

Pantoffelhelden kennt sicher jeder. Sie kuschen, wenn ihre Frauen etwas sagen, halten mit ihrer Meinung lieber hinterm Berg. Im übertragenen Sinn hat sie den Pantoffel in der Hand, bereit, beim kleinsten Widerspruch zuzuschlagen. Vorbild sind die Hausfrauen des 19. Jhd. Und die hatten eben meistens Pantoffeln an.

“In die Binsen gehen”

Wenn die vermeintlich große Liebe in die Binsen geht, ist das Gejammer meist groß. Es tut eben weh, wenn man jemanden verliert. Ursprünglich ärgerten sich allerdings die Jäger, wenn die gejagten Wildenten mal wieder im Schilf (auch Binse genannt) verschwanden. Ihre Hunde verloren dort die Fährte, und das mit dem festlichen Entenbraten hatte sich damit erledigt.

“Seinen Senf dazugeben”

Wo findet man Senf am häufigsten? Genau, auf der Bratwurst. Im Mittelalter benutzte man ihn aber, um Fleisch oder Eintöpfe zu verfeinern. Gewürze wie Pfeffer oder Muskat waren einfach zu teuer. So gab man überall seinen Senf dazu. Genauso machen das geschwätzige Menschen, die sich immer und überall in Gespräche einmischen und nicht selten alles besser wissen.

Aldous Huxley

Mittwoch, 30. Juli 2008

Hier noch etwas über den Autor des gestern vorgestellten Buches: “Kontrapunkt des Lebens” - Aldous Huxley

Aldous Huxley, geboren in Godalming, Surrey, am 26.7.1894, erhielt seine Ausbildung in Eton und Oxford, musste jedoch sein ursprüngliches Studium der Medizin wegen eines Augenleidens aufgeben. Seit 1938 lebte er in Kalifornien; er starb am 22.11.1963 in Hollywood. Romancier und Essayist; seit Beginn der dreißiger Jahre unter dem Einfluß des Hinduismus Hinwendung zur Mystik. Seine Werke zeichnen sich durch glänzenden Stil, scharfe Gesellschaftkritik und ein tiefes Misstrauen gegenüber dem wissenschaftlichen Fortschritt aus; in seinen Romanen (>discussion-novels<) sind die Personen in erster Linie Ideenträger, die Bedeutung der Handlung und der Charaktere tritt demgegenüber zurück. Werke u.a.: “Parallelen der Liebe” (1925; dt. 1929), “Schöne neue Welt (1932; dt. 1953), “Geblendet in Gaza” (1936; dt. 1953), “Zeit muss enden” (1945; dt. 1950), “Die Teufel von Loudun” (1952; dt. 1955), Romane; “Die Pforten der Wahrnehmung” (1954; dt. 1954), “Himmel und Hölle (1956; dt. 1957), “Literatur und Wissenschaft” (1959; dt. 1964), Essays.

Muttergeschichten

Mittwoch, 30. Juli 2008

In dieser Kategorie habe ich bisher mehr über Mutter und Kind geschrieben. In einem weiteren Abschnitt soll es mal mehr Texte über die Mutter geben.

Ich habe ja das wirklich große Glück, meine Mutter noch zu haben. In diesem Jahr wird sie 80 Jahre alt und ist trotzdem noch recht fit. Jeden Tag werden, zusammen mit meinem Vater, Radtouren gemacht, je nach Wetterlage längere oder kürzere, aber im Laufe eines Jahres schaffen es die beiden doch immer noch auf eine Kilometerzahl von um die 5 000 Kilometer. Das einzige, was ihr etwas zu schaffen macht, ist ihre Altersdiabetes. Sie findet es einfach ungerecht, dass sie, obwohl sie so gesund lebt, diese trotzallem bekommen hat. Aber sie kann gut damit umgehen, ernährt sich dementsprechend und muss auch nur Tabletten dagegen nehmen. Ich hoffe, dass sie und natürlich auch mein Vater, noch viele Jahre so mobil bleiben.

Ja, und ich selber bin ja auch Mutter, die schönste Rolle in meinem Leben. Es war immer mein Wunsch, vier Kinder zu bekommen, das hat leider nicht ganz geklappt, aber auf die Hälfte habe ich es gebracht.

Hier noch ein paar Zeilen zum Thema Mutter von Friedrich von Logau:

Die Mutter trägt im Leibe das Kind drei-viertel-Jahr;

die Mutter trägt auf den Armen das Kind,

weil’s schwach noch war;

die Mutter trägt im Herzen die Kinder immerdar.

Wie Sand am Meer

Mittwoch, 30. Juli 2008

Statistisch ist ein Urlaub mit Sandstand die beliebteste Urlaubsvariante. Doch was ist, wenn alle das Gleiche denken und an Eurem Urlaubsort sind Touristen “wie Sand am Meer”? Oder habt Ihr oder Eure Kinder schon mal versucht, den Sand (oder eben die Touristen) zu zählen? “Wie Sand am Meer” soll bildlich eine unzählbare Menge aufzeigen. Bereits in der Bibel wurde dieser Vergleich gemacht, er ist dort an mehreren Stellen zu finden, wie etw im 1. Buch Moses 22,17.

Sommerwärme

Mittwoch, 30. Juli 2008

Zur Zeit haben wir davon ja wohl mehr als genug! Darum ein kleines Gedicht von Marie-Luise Bald:

Sommerwärme

Saug’ den Sommer in dich ein,

der voll Wärme dich umhüllt,

gib dich hin dem Sonnenschein,

genieß’ das blütenbunte Bild!

Fühl’ die warmen Sonnenstrahlen,

laß’ sie bis ins Herz hinein,

sie helfen dir aus Seelenqualen,

versuche nur noch froh zu sein!

Allzuschnell vergeht das Leben,

saug’ ihn ein den Sonnenschein,

leichter macht’s das Weiterleben,

erleichtert Sorgen, Not und Pein!

29.07.1983

Dienstag, 29. Juli 2008

Vor 25 Jahren, am 29.7.1983, starb der spanische Filmregisseur Luis Bunel in Mexiko City. Der am 22.2.1900 in Calanda/Aragonien geborene Filmemacher wurde früh als surrealistischer Regisseur bekannt. Er arbeitete mit Salvador Dali und der Pariser Surrealisten-Gruppe um Andre Breton zusammen. Sein bekanntestes Werk aus dieser Zeit ist “Un Chien Andalou”, “Ein andalusischer Hund”. In seinen späteren Filmen tauchen immer wieder surrealistische Elemente auf. Zentrales Thema seiner Filme ist der Kampf “gegen ein in sinnloser Wiederholung erstarrtes Bürgertum”. Weitere Filme: “Der Würgeengel”, “Der diskrete Charme der Bourgeoisie”.

“Kontrapunkt des Lebens”

Dienstag, 29. Juli 2008

Ich mag Bücher, weil sie zur Familie gehören, denn inzwischen ist es doch so, dass wir alle gern und viel lesen und ab und zu kommt es, trotz unterschiedlicher Interessen auch mal dazu, dass wir das gleiche Buch lesen. Hiermit die Erinnerung an Kevin, Du hast noch ein Buch von mir, und Patrick, Du wolltest ein Buch an mich abtreten!!!

  1. Patrick babbelt:
    Hab das neue von ihm gelesen - Schweigeminute - war ganz nett. Bevor es bei mir im Bücherregal verstaubt könnte ich es an dich abtreten, wenn Interesse besteht ;)

Doch nun zu meinem gerade gelesenen Buch:

Kontrapunkt des Lebens

von Aldous Huxley

In diesem faszinierenden Schlüsselroman und Zeitbild großen Stils hält Huxley der Londoner Gesellschaft der zwanziger Jahre einen kritischen Spiegel vor. Künstler, Wissenschaftler, Journalisten und Politiker sowie ihre Frauen, Geliebten und Mütter; Machtstreben, Flucht vor dem Ich, ideologischer Wahn, Liebesbeziehungen, sexuelle Abenteuer und die ständig aufbrechende Kluft zwischen Denken und Fühlen - dies alles wird in einer großartigen, kontrapunktisch angelegten Komposition in immer neuen Durchführungen einander zugeordnet, variirt und moduliert.

Das Buch ist nicht ganz einfach zu lesen, schon auf Grund der vielen englischen Namen muss man aufpassen, den Überblick zu behalten.

Mir hat eine Stelle in diesem Buch besonders gut gefallen und zwar geht es da in einem Gespräch zwischen einem der Bessergestellten und seinem Angestellten um das Thema: Wann ich man ein Christ?

Ich zitiere mal ein bisschen daraus:

Zitat:

“Nein. Aber sie haben keine Nachbarn in dem Sinn, wie die Armen Nachbarn haben. Wenn meine Mutter ausgehen musste, behielt Mrs. Cradock, von rechts nebenan, uns Kinder im Auge. Und meine Mutter tat dasselbe für Mrs. Cradock, wenn die ausgehen musste. Und wenn jemand sich das Bein brach oder arbeitslos wurde, halfen ihm die Leute mit Geld und Essen. Und ich erinnere mich noch genau, wie ich als kleiner Junge im ganzen Dorf umhergeschickt wurde, die Pflegerin zu suchen, weil die junge Mrs. Foster von nebenan plötzlich von den Wehen überkommen war, bevor sie’s erwartet hatte. Wenn man von weniger als vier Pfund in der Woche leben muss, muss man sich wohl oder über wie ein Christ benehmen und seinen Nächsten lieben. Vor allem einmal kann man nicht von ihm wegkommen; er sitzt einem so gut wie im Hinterhof. Da gibts kein vornehmes und philosphisches Ignorieren seiner Existenz. Man muss ihn entweder hassen oder lieben; und im großen und ganzen ist’s besser, man verlegt sich aufs Lieben, denn man wird in Notfällen vielleicht seine Hilfe brauchen und umgekehrt - und oft so dringend, dass ein Verweigern gar nicht in Frage kommen kann. Und da man ihm helfen muss, da man,  wenn man ein Mensch ist, gar nicht anders kann, ist’s besser, eine Anstrengung zu machen, die Person zu lieben, der man sowieso helfen muss.”

Und über die Reichen sagt er dann weiter:

Zitat:

“Aber ihr Reichen, ihr habt keine wirklichen Nächsten. Ihr verbringt nie eine nachbarliche Tat oder erwartet von euren Nachbarn, dass sie euch einen Freunschaftsdienst erwidern. Es ist unnötig. Ihr könnt Leute bezahlen dafür, dass sie sich um euch kümmern. Ihr könnt Dienstboten mieten, damit sie für drei Pfund im Monat und Verpflegung Freundschaftlichkeit simulieren. Mrs. Cradock von nebenan braucht eure Kleinkinder nicht im Auge zu behalten, wenn ihr ausgeht. Ihr habt Kinderfrauen und Gouvernanten, die’s für Geld tun. Nein, ihr seid euch des Vorhandenseins eurer Nachbarn gewöhnlich gar nicht bewusst. Ihr lebt in einer gewissen Entfernung von ihnen. Jeder von euch sitzt in seinem eigenen Gehäuse wie in einer Isolierzelle. Hinter den geschlossenen Fensterläden mögen sich die größten Tragödien abspielen, aber die Leute von nebenan wissen nichts von ihnen.”

Ich denke, obwohl diese Worte aus den zwanziger Jahren stammen, enthalten sie viel Wahres und sind in unsere Zeit noch genau so gültig.

Bohnen

Sonntag, 27. Juli 2008

Als Kind konnte ich Bohnen nicht ausstehen. Meine Mutter erzählt heute noch, dass ich beim Gang durch den Gemüsegarten beim Bohnenacker mir jedesmal Mund und Nase zugehalten habe, weil ich Bohnen so “ekelig” fand. Das hat sich allerdings im Laufe der Jahre geändert. Heute esse ich Bohnen eigentlich ganz gerne. Nicht so gut schmecken mir dicke Bohnen oder die roten Kidneybohnen, aber grüne Bohnen und auch Bohnensalat mag ich. Hier nun ein wenig Wissenswertes zu den Bohnen:

Die Bohne gehört zu der Familie der Hülsenfrüchte, den Leguminosen. Verwirrend ist allerdings, dass man mit dem Namen Bohne nicht nur die Pflanze, sondern auch die Hülse bzw. Schote und auch die Samen bezeichnet. Sie zählt zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt und ist heute in allen Regionen mit mittlerem bis tropischem Klima beheimatet. In der Antike war die Bohne ein wesentlicher Bestandteil der Ernährung. Auch heute sollte die Bohne im Speiseplan wieder mehr auftauchen, denn sie ist ein wichtiger pflanzlicher Eiweißlieferant und enthält viele Mineralstoffe.

“notinsel”-Lotsen

Sonntag, 27. Juli 2008

Seit Dezember 2005 gibt es in Gelsenkirchen “notinseln”. Zur Zeit beteiligen sich 120 Geschäfte an dieser Aktion. 120 Geschäfte, oder auch Sparkassen, Tageseinrichtungen, Stadtteilbüros tragen den “notinsel”-Aufkleber und Kinder können hier sicher sein, Hilfe zu bekommen, wenn sie in Not sind. Das kann die Angst vor einem Hund sein, es kann sein, dass das Knie aufgeschlagen ist und ein Pflaster gebraucht wird oder der Verlust des Geldbeutels. Es kann aber genauso die Angst vor einer fremden Person sein, den Weg nach Hause nicht mehr zu wissen oder die Verfolgung von älteren Kindern.

Nur - viele Kinder wissen gar nicht, dass es diese “notinseln” gibt oder wissen nicht, was es mit ihnen auf sich hat. Aus diesem Grund gibt es die gemeinsame Idee des Kinderschutzbundes und der AWO, den Bekannheitsgrad dieser “notinseln” zu erhöhen.

Die Awo und der Kinderschutzbund wollen “notinsel”-Lotsen schulen, die das Projekt “notinsel” in den 1. Klassen der Grundschulen vorstellen und mit den Kindern gemeinsam den Zweck der “notinseln” erarbeiten. Die Zielgruppe der Erstklässler aus folgendem Grund: Erstklässler gehen meist erstmals allein ihren Schulweg oder dürfen auch andere Wege bereits alleine gehen, daher sind sie auch erstmalig auf sich gestellt, wenn sie in eine Not- oder Gefahrensituation kommen. Um ihnen von Anfang an die Sicherheit zu geben, zu wissen, wo sich der nächste Zufluchtsort, also die nächste “notinsel” befindet, soll ihnen direkt in der 1. Klasse verdeutlicht werden, dass sie bei den “notinseln” sicher sind.

Für diese Aufgabe werden noch Personen (vorzugsweise aus dem pädagogisch/sozialen Bereich) gesucht. In erster Linie ist da an Studenten gedacht, die diese Tätigkeit gegen ein Honorar durchführen könnten.

Wenn Du dies also liest, Spaß an solch einer Tätigkeit hättest und aus dem Raum Gelsenkirchen kommst, dann melde Dich doch einfach bei mir.

mailto:anke@jedamzik.de

Warum machen Spülmaschinen Glas trüb?

Samstag, 26. Juli 2008

Beim Kauf sind alle Gläser “glasklar”, doch mit jedem Waschgang im Geschirrspüler werden sie trüber. Der Grund dafür ist mit bloßem Auge nicht erkennbar, unter dem Mikroskop aber sieht man feine Risse an der Glasoberfläche. Maschinen-Spülmittel lösen das Glas nun um diese Risse herum auf, dadurch wird es trüb. Besonders scharfe Spülmittel zeigen auf den ersten Blick bessere Ergebnisse. Diese greifen das Glas jedoch so stark an, dass die Gläser schneller kaputt gehen.