Schon ist das Filmcafe am Sonntag wieder eine Woche her, trotzdem will ich noch über den Film berichten, den wir dort gesehen habe. Er hat mir nämlich außerordentlich gut gefallen, obwohl es ein Stummfilm aus den USA von 1921 war.
Kaum hatten die Bilder laufen gelernt, entstanden schon die ersten Meisterwerke des neuen Mediums Film - und “The Kid”, Charles Chaplins erster abendfüllender Film, gehört zweifellos dazu. Wie in den meisten seiner nachfolgenden Spielfilme schrieb Charles Chaplin nicht nur das Drehbuch, führte Regie und spielte die Hauptrolle, sondern komponierte auch die Musik für den Film.
Charlie findet in “The Kid” ein ausgesetztes Baby mit einem Abschiedsbrief seiner Mutter, die aus dem Leben scheiden möchte. Als alle seine Versuche, das Kind wieder loszuwerden, scheitern, nimmt er sich des Jungen an und zieht ihn mit großer Hingabe und Liebe auf. Mit Witz und Schläue schlagen sich die beiden fortan gemeinsam durchs Leben, bis eine überraschende Wendung ihre innige Beziehung bedroht.
Ein romantischer und zugleich sozialkritischer Film, in dem sich auch Charles Chaplins eigene Kindheit in den Elendsvierteln Londons widerspiegelt. Unvergessen auch die großartige Darstellung des Findelkindes, die den jungen Jackie Coogan zum ersten Kinderstar der Filmgeschichte machte.