Verhaltensregeln für Ehefrauen und Lebensgefährtinnen während der Fußball-EM 2008

7. Juni 2008

Rechtzeitig zum 1. Deutschlandspiel möchte ich einen kleinen Beitrag zum Verhaltenskodex der weniger interessierten Ehefrauen bzw. Partnerinnen leisten.

Ich hoffe, den einen oder anderen durch diesen Blogeintrag vor einer ernsthaften Beziehungskrise zu bewahren und wünsche allen eine interessante und spannende EM

Verhaltensregeln für Ehefrauen und Lebensgefährtinnen während der Fußball-EM 2008

Hausordnung in der Zeit vom 7. bis zum 29. Juni 2008

§ 1  In der Zeit vom 7. bis zum 29. Juni 2008 ist der Mann absoluter Herrscher über TV-Gerät und dazugehöriger Fernbedienung.

§ 2  In dieser Zeit beschäftigt sich die Frau stumm mit häuslichen Arbeiten außerhalb des Fernsehraumes.

§ 3  Vor jedem Spiel ist dem Mann eine Kiste mit kühlem alkoholhaltigem Bier neben den Fernsehsessel zu stellen, wobei die Betonung auf kühl liegt.

§ 4  Während eines Spiel ist der Frau der Aufenthalt im Fernsehzimmer untersagt. Die Nachlieferung von Knabbereien und Bier ist jedoch möglich.

§ 5  In der Halbzeitpause besteht für die Frau ein 15-minütiges Betretungsrecht um den Aschenbecher zu leeren und leere Getränkeflaschen durch frisch gekühlte volle Flaschen zu ersetzen. Bei Bedarf können diverse Knabbereien gereicht werden. Das Rascheln mit Tüten ist zu unterlassen, ebenso ist der Gebrauch verbaler Kommunikation nicht gestattet.

§ 6  Spätestens 30 Minuten vor Beginn eines Spieles ist dem Mann eine mit Liebe zubereitete Mahlzeit zu reichen. Um die mentale Spielvorbereitung des Mannes nicht zu stören, ist auch in dieser Zeit die Schnatterluke geschlossen zu halten.

§ 7  Während der EM sind jegliche Handlungen, die der Fortpflanzung dienen könnten, zu unterlassen. Ebenso zu unterlassen ist das Tragen von Kleidung, die beim Mann das Verlangen nach solchen Handlungen auslösen könnte. Das Tragen entsprechender Kleidung und entsprechende Handlungen können jedoch nach dem Schlusspfiff (7. bis 18. Juni ca. 22:45 Uhr - ab 19. Juni bei eventueller Verlängerung und Elfmeterschießen frühestens ab 23:30 Uhr) nachgeholt werden, sofern das Ergebnis zur Zufriedenheit des Mannes ausfiel.§ 8  Sollte der Mann in seinem Großmut der Frau gestatten, die eine oder andere Minute einen Blick auf das Spiel zu werfen, sind Fragen, die den fußballtechnischen Intellekt der Frau verraten würden (z.B. was ist “Abseits”, was ist “Vorteil”) zu unterlassen.

§ 9   Es ist der Frau bei Androhnung des Raumverweises strengstens untersagt, über das Aussehen von Spielern zu urteilen, z.B. “Ach, der Canavaro hat tolle Beine.”

§ 10  Wenn die unter § 3 bis § 5 genannten Bedingungen (Knabbereien und Bier) sowie die unter § 6 genannte Mahlzeit zur Zufriedenheit des Mannes ausfällt, kann er der Frau gestatten, die Fußballabende auswärts bei guten Freundinnen zu verbringen. In diesem Fall darf der Mann aber nach dem Nachhausekommen der Frau nicht mit Nebensächlichkeiten wie Gesprächsinhalte des Abends belästigt werden.

§ 11  Wenn es das Haushaltsbudget der Frau erlaubt, kann sie sich ein kleines TV-Gerät für den Eigengebrauch kaufen, um damit in mindestens 10 Meter Entfernung vom Mann Kauderwelsch der Marke Reich und Schön oder Liebesdramen zu konumieren. Die Lautstärke ist dabei allerdings so zu gestalten, dass der Mann nicht gestört wird.

Ja, ja liebe Frauen, wenn Ihr diese minimalen Verhaltensregeln beachtet, wird es Euch Euer Mann danken und versuchen

a) kein Bier zu verschütten

b) nicht jeden Quadratzentimeter im Umkreis von drei Metern um seinen Trainerstuhl (= Fernsehsessel) vollzubröseln.

c) beim Verzehr der unter § 6 genannten Mahlzeiten Euch nicht ständig an die kulinarischen Fähigkeiten seiner Mutter zu erinnern.

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1 Reaktion auf “Verhaltensregeln für Ehefrauen und Lebensgefährtinnen während der Fußball-EM 2008”

  1. Georg babbelt:

    Nun, lange ist es her, dass dieser Eintrag veröffentlich worden ist, mir ist der Eintrag gerade zufällig aufgefallen. Ich möchte ihn nicht unkommentiert lassen; habe ich es doch anders erlebt und ich sehe darin viele alte, und m. E. nicht mehr vorhandene Konventionen. Eventuell ist der Eintrag ja auch ironisch gemeint, doch auch dann steckt hinter dem eigentlich Sinn des Eintrages eine Idee. Irgendwie klingt mir der Artikel nach einer konservativen und antiquierten Einstellung aus alter Zeit. In meinem Umfeld sind gerade die Frauen und Mädels die grösseren Fußball-Fans und wenn ich mich bei mir auf der Arbeit umschaue und umhöre sind es gerade die Frauen die mit Begeisterung Fußball gucken, mit allem drum und dran, wie einst die Männer. Vielfach findet das nicht zuhause vor dem heimischen TV statt, sondern es wird gemeinsam mit Freunden, Nachbarn oder bei einem Public-Viewing-Point geschaut - Männer, Frauen und Kinder zusammen. Ich glaube es wäre besser hierzu etwas zu vermerken, als alte Kamellen abzustauben und hervor zu kramen. Die Übriggebliebenen und die Dorfjugend von gestern wird frau doch nicht verändern können. Diese sind aber auch nicht wirklich der Querschnitt und stehen nicht für die bundesdeutsche Gesellschaft, sind es doch eher frustrierte alte Männer und eher betreuungsbedürftig und in demSinn “Patienten”. Da passt dann eher das Sprichwort von den Perlen die den Säuen vorgeworfen werden. Im Weiteren, zu jedem frustrierten Mann findet sich im allgemeinen, so meine ich, auch eine (unabhängig, ob deren Mann nun EM-Fußball guckt) frustrierte Frau.
    Gruß Georg

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