Archiv für den 18. Mai 2008

Tafel aufheben

Sonntag, 18. Mai 2008

Wenn Ihr schon einmal bei der Renovierung einer leergeräumten Wohnung mitgeholfen habt, werdet Ihr ahnen, woher der Ausdruck stammt. Denn nicht selten wird dabei der Tapeziertisch als Mittagstisch benutzt. Nach dem Essen wird er - sofern man ihn nicht zum tapezieren benötigt - wieder abgebaut, weil er sonst ja im Weg herumstünde. Früher wurde das immer so gemacht, denn ein Tisch war kein fester Einrichtungsgegenstand. Wollte man essen, legte man einfach Bretter über zwei Holzböcke, und die Essunterlage war fertig. Danach “hob man die Tafel auf” und stellte Bock und Bretter wieder beiseite.

“Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann?”

Sonntag, 18. Mai 2008

Ich mag Bücher, weil mir in der Hektik meines Alltags nichts Besseres passieren kann, als mich ab und zu mit einem Buch zurückzuziehen und neu aufzutanken. Wie bei diesem Roman von Leonie Ossowski.

In “Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann?” erzählt sie die Geschichte eines modernen jungen Mädchens, das seine eigenen Vorstellungen vom Leben und von der Liebe hat. Hinter einem schnoddrig-frechen Mundwerk und sprühender Fantasie verbirgt Pola eine verletzliche, empfindsame Seele. Sie ist fast noch ein Kind, als sie aus zerrütteten Familienverhältnissen ausbricht. Plötzlich, eben 18-jährig, ist sie mit einem Künstler verheirat, den sie kaum kennt - und lebt mit einem wesentlich älteren, vermögenden Mann zusammen, den sie zu lieben glaubt.

Nun ja, das Buch ist schon älter (1989), ich glaub mal, heute sind unsere Mädchen schon noch ein bisschen moderner. Es ist nett zu lesen, nicht so sehr anspruchsvoll und prima für die kleinen Pausen des Tages.

18.05.1883

Sonntag, 18. Mai 2008

Vor 125 Jahren, am 18.5.1883, wurde der deutsch-amerikanische Architekt Walter Gropius in Berlin geboren. Er studierte in München und Berlin und trat 1907 in das Büro von Peter Behrens ein. 1910 machte sich Gropius als Industriedesigner und Architekt selbstständig. Seine Stahl- und Glasarchitektur gilt als richtungsweisend. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Gropius zum Begründer des Bauhauses. Ab 1926 beschäftigte er sich intensiv mit dem Massenwohnbau. 1933 Emigration. Das sozialverantwortliche Handeln wird zum Grundsatzprogramm seines Architekenteams (TAC). Industrie- und Fabrikbauten, wie z.B. Fagus-Werk in Alfeld an der Leine, Siemensstadt in Berlin, “Hansaviertel”, Porzellanfabrik Rosenthal am Rotbühl 1963-67. Er stab am 5.7. 1969 in Boston/Mass.

Spargel

Sonntag, 18. Mai 2008

Sie ist wieder angebrochen - die Zeit dieses wirklich leckeren Gemüses. Am liebsten esse ich Spargel mit holländischer Soße. Heute habe ich allerdings mal etwas anderes ausprobiert und zwar frittierter Spargel mit einem Erdbeer-Relish. Mal etwas anderes, aber auch sehr lecker. Hier noch ein wenig Wissenswertes zum Spargel:

Bereits bei den alten Römern galt Spargel als Delikatesse. In nachrömischer Zeit wurde es allerdings etwas stiller um den Spargel. Erst im Hochmittelalter gelangte er wieder ans Tageslicht; in Klostergärten gezüchtet, wurde er gegen Hüftschmerzen, zur Blutreinigung und zur Entwässerung eingesetzt. Im 16. Jahrhundert entdeckte man ihn dann als Kochgemüse wieder. Noch heute zählt Spargel zu den teuren Gemüsesorten. Ein Grund dafür ist, dass bei der Ernte keine Maschinen eingesetzt werden, sie ist mühsame Handarbeit.

“Alle Bilder sind schon da!”

Sonntag, 18. Mai 2008

Eine tolle Ausstellung von Ruhr Museums Fotografien auf Zollverein, die ich mir gestern angesehen habe.

Die Bilder der fotografischen Sammlung des Ruhr Museums sind in den neuen Räumen auf der 12-Meter-Ebene der Kohlenwäsche anzusehen. Ein virtueller Reigen von Menschen und Dingen, Landschaften und Gebäuden, Leben und Arbeiten bewegt sich in zeitgleichen Projektionen über Wände und Pfeiler des Ausstellungsraumes: Zeugnisse der wechselvollen Geschichte von Politik, Kultur und Sport, Dokumente der Industriearchitektur ebenso wie Beobachtungen des tiefgreifenden Wandels der Arbeitswelt zwischen Ruhr und Emscher.

Die Bilder stammen aus allen Zeiten seit Erfindung des Mediums und von zahlreichen Fotografen, die das Ruhrgebiet aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln gesehen haben. Es finden sich berühmte Namen  von Ruth Hallensleben über Ludwig Windstosser, Albert Renger-Patzsch, bis hin zu Bernd und Hilla Becher. Gezeigt werden Bilder von so bedeutenden Lokal- und Regionalreportern und Fotografen wie Josef Stoffels, Willy van Heekern, Peter Kleu, Anton Tripp, Hermann Hill und Marga Klingler. Aber auch etliche kaum bekannte Namen oder anonyme Bilder sind zu entdecken.

Das Konzept für die Auswahl der 1400 Bilder (aus dem Fundus des Ruhr Museums mit über 2 Millionen) stammt von der CD-ROM “Ruhrgebietsbilder”, die das Fotoarchiv im Rahmen seines von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung geförderten Projekts “Digitale-Bilddatenbank” herausgebracht hat. Die CD kann während der Präsentation genutzt werden und ist im Buchhandel erhältlich (Klartext-Verlag).

In der multimedialen Inszenierung des Regisseurs Wolfram Lenssen und begleitet durch eine für dieses Projekt entstandene musikalische Komposition von Eckard Koltermann treten erstmals die vertrauten Bilder der fotografischen Sammlung des Ruhr Museums mit der neuen Umgebung, der ehemaligen Kohlenwäsche auf Zollverein, in spannenden Kontakt. Produziert wurde die innovative Präsentation der bewegten Bilder vom Forum InterArt in Dortmund.

Eine wirklich sehenswerte Ausstellung, ich hätte mir nur zu den einzelnen Bilder ein wenig Informationen gewünscht (Jahr, Ort). Auf der CD-ROM bekommt man diese Informationen.

Wer Lust bekommen hat, bis zum 22. Juni 2008 kann man diese Ausstellung auf der Zeche Zollverein in Essen sehen, täglich von 10-18 Uhr, der Eintritt ist frei.