Archiv für den 13. Mai 2008

Meine Degus

Dienstag, 13. Mai 2008

Heute stelle ich Euch mal meine Degus vor:

Das Verbreitungsgebiet von Degus erstreckt sich entlang der chilenischen Küste bis hinauf in ca. 1200 m Höhe der chilenischen Anden. Dort bewohnen die geselligen Nager weitläufige Strauchlandschaften mit Felsen, Erdhügeln und spärlichem Baumbewuchs, wo sie verzweigte Höhlensysteme graben. Degus sind sehr soziale Tiere und eine Kolonie kann aus bis zu 100 Tieren bestehen. Diese leben in lockeren Familienverbänden, bestehend aus einem Männchen und meist mehreren Weibchen. Einen Hektar Graslandschaft teilen sich im Schnitt 75 Tiere. In ihrer Heimat gelten Degus als Schädlinge, da sie sich während ihrer Aktivitätsphasen in den Morgen- und Abendstunden mit Vorliebe in ganzen Heerscharen über Korn- und Gemüsefelder hermachen und so erhebliche Schäden für die Landwirtschaft verursachen können.

Degus sind eng mit Meerschweinchen und weitläufig mit Chinchillas verwandt. Abgesehen von wenigen Exporten in verschiedene zoologische Gärten Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Degus erstmals in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in größerer Zahl in die USA exportiert. Dort wie auch in Europa teilten sie das Schicksal vieler Nagerkollegen und wurden zu medizinischen Zwecken in den unterschiedlichsten Forschungseinrichtungen gehalten, bevor sie vermehrt den Weg in Zoos und Liebhaberkreise fanden. 1975 gelangten die ersten Tiere aus diesen Beständen in zoologische Gärten der DDR. Von diesen stammen vermutlich fast alle in Deutschland als Heimtiere lebende Degus ab. Erst seit Ende der 80er Jahre gibt es wieder Wildfänge aus Chile in den Zoofachhandlungen.

Meine Beiden leben jetzt schon fast 3,5 Jahre bei mir. Sie haben einen großen, aus einer Vogelvoliere umgebauten Käfig, in dem sie genug Platz zum toben, springen und klettern haben. Degus sind große Nager und so sind alle Dinge im Käfig aus Holz und werden sehr angenagt. Gerade haben sie erst wieder ihr Haus so angenagt, dass es nur noch mit einer Stütze stehen kann. Sie sind sehr zutraulich, allerdings traue ich mich mich nicht wirklich, sie aus dem Käfig zu nehmen. Da sie sehr schnell sind, habe ich Angst, dass sie mir entwischen und wenn ich sie nicht wieder bekomme, dürften sie von der Katze gejagt werden. So stören sie sich an der Katze nicht, obwohl die öfter vor dem Käfig sitzt und auch schon mal mit der Pfote schlägt. Aber sie scheinen zu wissen, dass Ihnen hinter Gittern nichts passieren kann. Eine niedliche Episode gibt es noch zu berichten. Abends, bevor ich in Bett gehe, bekommt jeder Degu noch eine Erdnuss, als Betthupferl sozusagen. Die essen sie für ihr Leben gern. Und - abends nehmen sie nichts anderes. Ich kann ihnen ruhig ein anderes Leckerchen hinhalten, eines, dass sie tagsüber nicht verschmähen würden. Abends ignorieren sie das und stehen so lange am Gitter, bis ich ihnen ihre Nuss gegeben habe.

Hier ist ein Bild von einem der Beiden: