Vielfrass
Sonntag, 27. April 2008Ich war heute einer. Bis zum Nachmittag ging es ja noch, aber dann war ich zum Trödelmarkt im Schweizer Dorf und dort gab es so leckeren, selbstgebackenen Kuchen, dass ich einfach nicht widerstehen konnte. Obwohl zu Hause mein Stückchen Kirschstreuselkuchen mit Sahne wartete, den ich mir jeden Sonntag mitbringe, wenn ich vom Gottesdienst komme. Den habe ich dann natürlich auch noch gegessen. Zum Abendessen gab es dann Spargel, Lachs, Nudeln und leckere holländische Soße und, wie immer Sonntags beim Tatort auch noch Nachtisch. Da ging es mir besser, als dem wirklichen Vielfrass, von dem ich eigentlich schreiben will.
Der Vielfrass ist eine Kreuzung zwischen Marder und Bär und er ist nicht wegen seines übergroßen Appetits bekannt. Da er kein sonderlich guter Jäger ist, muss er oft mit dem vorlieb nehmen, was andere übrig lassen - da das manchmal auch Knochen sind, wäre die Bezeichnung Allesfraß viel zutreffender. Der Name des über einen Meter großen Pelztiers hat also nichts mit Essgewohnheiten zu tun, er geht auf eine falsche Übersetzung zurück: Es wird vermutet, das Pelzjäger im 15. Jahrhundert das norwegische Wort “fjeldfross” zu “velefras”, also Vielfresser, verballhornten. In Wirklichkeit bedeutet es nur “Bergkatze”.