Nicht Fisch - nicht Fleisch

26. März 2009

Die Evolution ist ein faszinierendes Gebiet, auf dem es noch viel zu erforschen gibt - zum Beispiel, wie sich das Leben aus dem Wasser an Land entwickelte. Wissenschaftler haben vor einiger Zeit ein Fossil entdeckt, das eine Brücke zwwischen Wasser- und Landtieren bildet: den Tiktaalik. Gefunden wurde das Mischwesen zwischen Fisch und Vierbeiner in einem trockenen kanadischen Flussbett etwa 1000 Kilometer vom Nordpol entfernt. Dieser scharfzähnige Urraubfisch hat in den Brustflossen Ansätze von Schultern, Ellbogen und Handgelenken und sieht wie ein Urzeitkrokodil aus. Er soll vor etwa 380 Millionen Jahren im Wasser gelebt und kleine Ausflüge an Land unternommen haben. Tiktaalik ist Inuit und bedeutet “großer Flachwasserfisch”.


Das letzte Buch

25. März 2009

Auf der Suche nach passenden Geschichten zum Thema “Wachsen” für unsere nächste ThomasMesse, fand ich gerade einen anderen Text. Er hat zwar nichts mit Wachsen zu tun, beschreibt aber passend unsere heutige Welt. Geschrieben wurde er von Marie Luise Kaschnitz, wobei ich mir nicht sicher bin, ob es die Gleiche ist, über die ich bei Wikipedia den Lebenslauf gefunden habe. Sie ist 1974 gestorben. War es bei uns denn damals schon so schlimm mit dem Fernsehn gucken???

Das Kind kam heute spät aus der Schule heim. “Wir waren im Museum”, sagte es. “Wir haben das letzte Buch gesehen.”

Unwillkürlich blickte ich auf die lange Wand unseres Wohnzimmers, die früher einmal mehrere Regale voller Bücher verdeckt haben, die aber jetzt leer ist und weiß getüncht, damit das neue plastische Fernsehen darauf erscheinen kann.

“Ja und”, sagte ich erschrocken, “was war das für ein Buch?” “Eben ein Buch”, sagte das Kind. “es hat einen Deckel und einen Rücken und Seiten, die man umblättern kann.”

“Und was war darin gedruckt?” fragte ich. “Das kann ich doch nicht wissen”, sagte das Kind. “Wir durften es nicht anfassen. Es liegt unter Glas.” “Schade”, sagte ich.

Aber das Kind war schon weggesprungen, um an den Knöpfen des Fernsehapparates zu drehen. Die große weiße Wand fing an, sich zu beleben, sie zeigte eine Herde von Elefanten, die im Dschungel eine Furt durchquerten. Der trübe Fluß schmatzte, die eingeborenen Treiber schrien. Das Kind hockte auf dem Teppich und sah die riesigen Tiere mit Entzücken an. “Was kann da schon drinstehen”, murmelte es, “in so einem Buch.”


Vaterhaus

24. März 2009

von Hermann Hesse.

Unser Vaterhaus, dass groß und hell an einer hellen Straße lag, betrat man durch ein hohes Tor, und sogleich war man von Kühle, Dämmerung und steinern feuchter Luft umfangen. Eine hohe, düstere Halle nahm einen schweigsam auf, der Boden von roten Sandsteinfliesen führte leicht ansteigend gegen die Treppe, deren Beginn zuhinterst tief im Halbdunkel lag. Viele tausend Mal bin ich durch dies hohe Tor eingeganen, und niemals hatte ich acht auf Tor und Flur, Fliesen und Treppe; dennoch war es immer ein Übergang in eine andere Welt. Die Halle roch nach Stein, sie war finster und hoch, hinten führte die Treppe aus der dunklen Kühle empor und zu Licht und hellem Behagen. Immer aber war erst die Halle und die ernste Dämmerung da: etwas von Vater, etwas von Würde und Macht, etwas von Strafe und schlechtem Gewissen. Tausendmal ging man lachend hindurch. Manchmal aber trat man herein und war sogleich erdrückt und zerkleinert, hatte Angst, suchte rasch die befreiende Treppe.


Rhabarber

22. März 2009

Rhabarber kommt ursprünglich aus Ostasien und ist botanisch betrachtet ein Gemüse. In China war seine Heilwirkung bereits vor über 3000 Jahren bekannt. Damals verwendete man jedoch nicht die Stangen, sondern die Wurzeln der Pflanze, die besonders für ihre abführende Wirkung geschätzt wurde. Ab Ende Juni sollte man keinen Rharbarber mehr ernten, da mit dem Alter der Oxalsäuregehalt steigt und die Pflanze Zeit braucht, um neue Kraft für das nächste Jahr zu sammeln. Rhabarber wirkt entwässernd, stärkt Herz und Kreislauf und fördert die Verdauung.


Meine Katze, weil …

21. März 2009

… ich heute nicht so recht weiß, über was ich schreiben soll

… weil ich irgendwie nicht so recht Lust habe.

… weil ich gleich Boxen gucken will.

… weil ich schon lange kein Foto mehr eingesetzt habe.

… weil meine Katze so süß ist

DARUM:


Fett und Feuchtigkeit

20. März 2009

Zeitungen gegen Fett und Feuchtigkeit. Habt Ihr hohe Küchenschränke, die Ihr nicht wöchentlich abwaschen könnt oder wollt? Gerade dort aber sammelt sich durch Kochdämpfe und Staub so einiges an. Dem könnt Ihr ganz einfach abhelfen, indem Ihr auf den Schränken Zeitungspapier auslegt. Das Gute daran ist, Ihr könnt das Papier immer wieder austauschen und Euch so eine ganze Menge Arbeit ersparen.


Warum tragen Ärzte weiße Kleidung???

19. März 2009

Bis Ende des 19. Jahrhunderts trugen Ärzte schwarze Gehröcke. Schwarz sollte Autorität vermitteln. Die Gehröcke wurden nur selten gewaschen, da man nicht wusste, dass Bakterien und Krankheiten sich nicht nur in der Luft, sondern auch an der Kleidung oder den Händen befinden. Als man feststellte, dass sich weniger Krankheiten ausbreiteten, wenn die Kleidung der Ärzte regelmäßig heiß gewaschen wurde, änderte man die Ärztetracht von Schwarz zu Weiß. Schwarze Kleidung färbte bei hohen Waschtemperaturen nämlich aus. Noch heute tragen die “Götter in Weiß” einen weiße Kittel.


19.03.1884

19. März 2009

Vor 125 Jahren, am 19.3.1884, starb der finnische Schriftsteller, Philologe, Arzt und Völkerkundler Elias Lönnrot in Sammatti/Nyland. Er wurde am 9.4.1802 in auch dort geboren. Seine Eltern ermöglichten ihm trotz ihrer Armut den Schulbesuch. Auf seinen Reisen in Finnland und Ostkarelien zeichnete er die mündlich überlieferte finnische Volksdichtung auf. Auf der Grundlage von über 100.000 Versen schuf er das Nationalepos “Kanteletar”. Damit legte er den Grundstein für eine finnischsprachige Literatur und die Entwicklung einer finnischen Identität.


“Ungeduld des Herzens”

18. März 2009

Ich mag Bücher … weil sie mich manchmal wegen ihrer grandiosen Sprache fazinieren, wie bei diesem Roman von Stefan Zweig.

Kurzbeschreibung des Buches:

Der in einem langweiligen ungarischen Garnisionsstädtchen stationierte Leutnant Anton Hofmiller erhält eine Einladung in das Schloß des ungarischen Magnaten Lajos von Kekesfalva. Dessen gelähmte Tochter Edith verliebt sich in den jungen Offizier, Hofmiller aber empfindet nur Mitleid für das “arme Kind”. Darum und aus Feigheit verschweigt er Edith seine wahren Gefühle, macht der Unheilbaren Hoffnung auf eine baldige Genesung, verlobt sich sogar mit ihr, steht aber in der Öffentlichkeit aus Angst vor Spott und Verachtung nicht zu seiner Verbindung mit der Gelähmten. Als diese seinen Verrat durchschaut, nimmt sie sich das Leben. Hofmiller flüchtet in den kurz darauf ausbrechenden Weltkrieg, wie ein Verbrecher ins Dunkel und kehrt als ein Held zurück.

In diesem einzigen Roman von Stefan Zweig beherrscht er die Sprache, wie ich es bisher nur bei wenigen Literaten gelesen habe. Das Buch zeigt die Tücken der menschlichen Seele ebenso wie die verschiedenen Arten des Mitleids. Eigentlich erreicht der Leutnant mit seinem unaufrichtigen Mitleid genau das Gegenteil von dem, was er beabsichtigt.

Vom sprachlichen her wirklich eins der besten Bücher, das ich gelesen habe.


Das Männlein im Walde

16. März 2009

von Hoffmann von Fallersleben.

Ein Männlein steht im Walde

ganz still und stumm,

es hat vor lauter Purpur

ein Mäntlein um.

Sagt, wer mag das Männlein sein,

das da steht im Wald allein

mit dem purpurroten Mäntelein?

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Das Männlein steht im Walde

auf einem Bein

und hat auf seinem Haupte

schwarz Käpplein klein.

Sagt, wer mag das Männlein sein,

das da steht im Wald allein

mit dem kleinen, schwarzen Käppelein?

—————-

Das Männlein dort auf einem Bein

mit seinem roten Mäntelein

und seinem schwarzen Käppelein

kann nur die Hagebutte sein.


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